Sonntag 27. September '26    Einlass: 15:00  Beginn: 15:30  -  Jazzkeller 69 zu Gast in
Industriesalon Schöneweide   [Reinbeckstr. 9, 12459  Berlin-Schöneweide]


Duo Tobias Delius – Michiel Scheen

Tobias Delius - Michiel Scheen Tobias Delius – tenorsaxophone, clarinet
Michiel Scheen – piano

Michiel Scheen und Tobias Delius lernten sich 1984 in Amsterdam kennen und gründeten gleich ihr Duo.
In den vielen Jahren ist in ihrem Spiel ein einzigartiger Tiefgang voller Spannung aus Überraschendem und Vertrautem entstanden.
Ob sie nun frei improvisieren, eigene Kompositionen spielen oder Songs aus dem gemeinsamen Gedächtnis pellen, was erklingt ist immer komplett im Jetzt.

„Das Duett (bei den Nickelsdorfer Konfrontationen) zwischen Tobias Delius und Michiel Scheen war ein absoluter Höhepunkt.
Scheen errichtete burgartige Akkordgebilde, geschmückt mit wunderbaren, tänzerischen Motiven und Verzierungen – wie frische Blumen in jedem Fenster.
Sie spielten wahrhaft feinsinnige Improvisationen, die jene komplizierten Momente des Lebens begleiteten: etwa das Ringen um die richtige Art, sich zu entschuldigen – ein Vorgang, der das Thema zwangsläufig wieder auf den Tisch bringt, auch wenn die Kränkung nur geringfügig war, sich aber beide Seiten nach einer Klärung sehnen.
Delius traf hinreißende melodische Entscheidungen, die an eine tröstende Hand auf dem Rücken erinnerten – eine Hand, die vielleicht, vielleicht auch nicht, langsam in intimere Regionen hinabgleitet.

Scheens präzise abgestimmte Klavier-Cluster erzeugten eine Art „leichtes Grübeln“ – falls so etwas überhaupt möglich ist –, und eine tiefgründige Tenorsaxophon-Ballade glich einer Heißluftballonfahrt, bei der der Wind plötzlich die Richtung ändert: Plötzlich befindet man sich über Zaire, und die Menschen, die mit einem im Korb stehen, sind nicht mehr dieselben, die ursprünglich eingestiegen waren.

Als kurze, langsame Zugabe erklang ein Finale voller Sternenglanz, untermalt von einem tiefen Grollen des Klaviers – wie ein Regal voller Gläser, das bei den ersten Erschütterungen eines Erdbebens vibriert; doch Delius’ Ton war so freundlich und einladend, dass man sich sicher und geborgen fühlte. Er hat beim Spielen so viel Freude, dass sich diese beim Zuhören unweigerlich auf einen selbst überträgt.“
~ Andrew Choate „the Attic“

tobiasmichiel.blogspot.com

 

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