Jazz am Kaisersteg 2021
19. Sommer-Konzertreihe des Jazzkeller 69 e.V.

5. + 19. Juni, 3. + 17. + 31. Juli, 14. + 28. August, 11. + 25. September
jeweils 16 - 20 Uhr       draußen & fast gratis

Silke Eberhard Trio / 7 of 8 / Oloyé Dez / Heike Dunker Berlin-Trio / Bubu / Didrik Ingvaldsen Ensemble
gleichwiederda / Ruf der Heimat / phon-O-rama / The Instincts / Stefan Schultze Large Ensemble
The Streetfighters / Johnny LaMarama / MeoW! / The Resonators / Absolutly Sweet Marie
Allemano-Vandeweyer-Hilbig-Martinez / Potsa Lotsa XL / Clarinet Trio / New Generation of Sister & Brotherhood
UnbedingT / Hannes Zerbe Jazz Orchester / Off The Record / Weird Weapons / Eberhard-Neuser & TALIBAM! ...

Freiluft Bühne am Kaisersteg, Hasselwerderstr. 22a, Berlin-Schöneweide

S-Schöneweide: RB 24, S8, S9, S41, S45, S46, S47, S85, Bus 65, N65, N67
Brückenstr.: Tram 21, M17 I Firlstraße (über Kaisersteg): Tram 27, 60

Jazzkeller 69 e.V. mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Bezirksamt Treptow-Köpenick, Fachbereich Kultur und Museum, Fachbereich Facility Management
Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Schöneweide, Bürgerstiftung Treptow-Köpenick
und vielen ehrenamtlich engagierter Menschen.

In New York City sitzend,
voller Neid auf das kommende Sommerprogramm „Jazz am Kaisersteg“, organisiert vom Jazzkeller 69 und kuratiert von „Assi“ Glöde blickend, hatte ich gehofft, diese Einleitung ohne die Erwähnung des gefürchteten C-Wortes zu schreiben.
Aber beides ist unvermeidlich. Wie schon unzählige Male seit mehr als einem Jahr festgestellt, ist der Verlust der persönlichen Kunst eine der Tragödien der Pandemie.
Auch wenn er nicht so verheerend ist wie die Zahl der Todesopfer, so hat die monatelange Isolation doch einen schwerwiegenden Einfluss auf die Kreativität der Welt.
Wer kann erahnen, welche Kollaborationen verpasst wurden und welche Fortschritte nicht stattgefunden haben? Wie bei jeder anderen seismischen Verschiebung in der Gesellschaft, werden es die Künstler sein, die dem, was weg ist und was bleibt, einen Sinn geben.

Drei Dinge sind auffällig am vor Ihnen liegenden Programm.

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Samstag   14. August '21 - jazzkeller 69 stellt vor - 16 Uhr:
Freiluft Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg


Absolutly Sweet Marie

ABSOLUTELY SWEET MARIESteffen Faul – trumpet
Matthias Müller – trombone
Alexander Beierbach – saxes
Max Andrzejewski – drums

Die Besetzung ist ungewöhnlich, die künstlerische Idee geradezu verwegen: seit 2012 beschäftigt sich das von Alexander Beierbach gegründete Quartett mit Songs von Bob Dylan.
Lassen sich die textlastigen, von ihrer speziellen Poesie lebenden Stücke der Pop-Ikone überhaupt in instrumentalen Jazz übertragen? Die meisten Medien finden: Absolutely Sweet Marie kann das.
Im Jazz Thing hieß es zum 2020 erschienenen, dritten Album Wherever You Roam: „Die drei Bläser und das Schlagzeug wühlen sich wie Maulwürfe durch die verästelten, feingliedrigen Arrangements, schichten im Brass-Band-Stil polyphone Überlagerungen aufeinander und gewähren einander genügend Spielraum zu Improvisationen.“
Die Frankfurter Rundschau bestätigte: „Es ist gerade […] das Zusammentreffen von entschiedener Aneignung und respektvoller Huldigung, von […] Präzision und Verspieltheit, was den Spaß an der Musik steigert.“
Der Witz liegt, wie so oft, auch im Detail. Etwa wenn das Quartett nur Bruchstücke einer bestimmten Dylan-Aufnahme übernimmt oder sich einer Cover-Interpretation bedient, um diese als Ausgangsmaterial für eigenständige Adaptionen oder gar neue Kompositionen zu nutzen.

alexanderbeierbach.de

 

 

 

Allemano-Vandeweyer-Hilbig-Martinez

Allemano/Vandeweyer/Hilbig/MartinezLina Allemano – trumpet
Els Vandeweyer – vibraphon
Maike Hilbig – bass
Lucia Martinez – drums

Ein neues, größtenteils in Berlin ansässiges Quartett mit internationalen Wurzeln.
Alle vier Musikerinnen zählen zu den markanten Figuren der Hauptstadt-Szene, gemeinsam fusionieren sie unterschiedliche persönliche Hintergründe zu einem paneuropäisch-transatlantischen Modern Creative-Jazz.

Die Trompeterin Lina Allemano pendelt zwischen Berlin und Toronto und beeindruckte zuletzt beim Berliner Jazzfest 2020 mit ihrem Trio Ohrenschmaus und kunstvollen Abstraktionen.
Über die Bassistin Maike Hilbig schrieb das Jazz Thing vor einiger Zeit, sie „weiß wie kaum eine andere die Freiheit und Kompromisslosigkeit des Free Jazz mit der unterhaltsamen Verbindlichkeit ganz alltäglicher Lebenserfahrung zu verbinden.“
Lucía Martínez hat nach einer klassischen Ausbildung in ihrer alten Heimat und einem Jazzstudium in Portugal schließlich einen Master in Drums und Komposition an der UdK in Berlin absolviert.
Ihr Spiel sei, sagt sie, ebenso von klassischer und Neuer Musik inspiriert wie durch Folk aus Galicien, Flamenco und mediterrane Einflüsse.
Die Belgierin Els Vandeweyer hat das Spektrum des Vibraphons atemberaubend erweitert. Durch eigenwillige Spieltechniken (etwa dem Anschlagen der Platten mit einzelnen Fingern) und Präparierungen entwirft sie ungeahnt weitläufige Klangpanoramen.

linaallemano.com        elsvandeweyer.com
maikehilbig.wordpress.com       lucimartinez.com

 

 

 

Potsa Lotsa XL play Henry Threadgill

POTSA LOTSA XL FOTO: (c) PHOTOMUSIX / C. MarxSilke Eberhard – alto sax/ Jürgen Kupke – clarinet / Patrick Braun – tenor sax, clarinet / Nikolaus Neuser – trumpet / Gerhard Gschlößl – trombone / Johannes Fink – cello / Taiko Saito – vibraphone, percussion / Antonis Anissegos – piano/ Igor Spallati – bass / Kay Lübke – drums

Der afro-amerikanische Saxophonist Henry Threadgill (*1944 in Chicago), avancierte ab Mitte der Sechziger zu einer treibenden Kraft der Jazz-Avantgarde.
Er gehörte zu den Schlüsselfiguren des wegweisenden Kollektivs AACM, u.a. mit Anthony Braxton und Jack DeJohnette.
Gemeinsam versetzten sie die Grenzen des Jazz, verarbeiteten Einflüsse aus anderen Kulturen der Welt ebenso wie solche der zeitgenössischen Musik. Anfang der Siebziger zog Threadgill nach New York, wo er Projekte wie Very Very Circus (zwei Tubas, zwei E-Gitarren, Posaune oder Waldhorn, Schlagzeug), das Flötenquartett Flute Force Four oder Makin‘ A Move (vier Celli und vier akustische Gitarren) gründete.
2016 erhielt Henry Threadgill den Pulitzer Preis für Musik, 2018 komponierte er Sixfivetwo für das Kronos Quartet.

Threadgills progressive Musik wird von Potsa Lotsa XL in die Gegenwart transferiert. Das prominent besetzte Tentett um die Saxophonistin und Komponistin Silke Eberhard erhält seit geraumer Zeit viel Anerkennung, etwa für seine enorme Spannweite zwischen kammermusikalischen Feinheiten und kraftvollen Ausbrüchen.
Weiterhin werden die orchestrale Tiefe, kluge kammermusikalische Themen, komplexe Rhythmik, subtil gesetzte und höchst variable Stimmungen sowie weite Spannungsbögen hervorgehoben. 2020 beeindruckte Potsa Lotsa XL mit Auftritten bei den Festivals in Moers und Berlin; ursprünglich war damals schon ein Konzert im Industriesalon Schöneweide geplant.

silkeeberhard.com/potsa-lotsa
www.berlinerfestspiele.de

 

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Donnerstag   19. August '21    -    Einlass: 18:30     Konzert: 19  -  21 Uhr
Bühne am Kaisersteg    [Hasselwerderstraße 22A]


Berlin Jazz Composers Orchestra JayJayBeCe

Leitung Christof Griese

„Wenn ein Ensemble mehr ist als die Summe der Akteure, dann ist oft ein Chef mit Führungsqualitäten im Spiel. Fetzige Bläsersätze und knackige Rhythmen fegen Big Band Vorurteile swingend beiseite.“
~ Der Tagesspiegel

jayjaybece

Das Berlin Jazz Composers Orchestra JayJayBeCe – ein etwas griffigeres Kürzel für JugendJazzBandCharlottenburg – wurde 1987 von Christof Griese an der Musikschule Charlottenburg, jetzt City West von Berlin gegründet.

Das einzigartige Konzept – junge MusikerInnen spielen ausschließlich Kompositionen Berliner Komponisten – führte zu Einladungen auf Festivals und zu Wettbewerben in Berlin, London-Lewisham, Norwich, Cardiff, Eindhoven, Kopenhagen, Leipzig, Nürnberg, Bingen, Dresden, Mexiko-Stadt, Stuttgart und Hoofddorp.

Bei der Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ gewann JayJayBeCe 2010 als einzige Big Band gleich zwei Preise: den renommierten Skoda Jazz Preis (mit Dozenten eigener Wahl) und den Sonderpreis der Union Deutscher Jazzmusiker für die Interpretation eines zeitgenössischen Werkes.
2014″ in Stuttgart wurde der Förderpreis des Landes Baden-Württemberg gewonnen.
Beim Meer Jazz Festival in Hoofddorp Harlemermeer NL konnte JayJayBeCe den International Big Band Concours 2012 als „First Class First Prize Winner“ und 2013 als „Top Class First Prize Winner“ beenden.
Im Mai 2014 wurde die Bigband dort „Top Class Second Prize Winner“.

Seit 1998 tritt JayJayBeCe monatlich in der Konzertreihe des Jazzkeller 69 e.V. auf. Diese regelmäßigen Konzerte tragen wesentlich zu den Erfolgen der Band bei.

HOLZ
Nils Feldmann – alto, sopran / Felix Broman – alto / Aaron Klenke, Gabriela Solovyova – tenor / Yannic Rösch – bariton, bass clarinet
BLECH
Tobias Knebel , Elina Dalewski, Kelly O´Donnohue, Juri Bell – trumpet / Laszlo Griese, Jan Uwe Zabel, N. N. – trombone / Milena Mette – tuba
RHYTHMUS
Ettore Marangon – guitar / Ron Fabian – piano/ Pelle Buschmann – bass / Tobias Heise – drums

saxart.de

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Samstag   28. August '21 - jazzkeller 69 stellt vor - 16 Uhr:
Freiluft Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg


Clarinet Trio
‚Transformations and Further Passages‘ (Deutsche Jazz Kompositionen der 1950er und 60er)

clarinet trioJürgen Kupke – clarinet
Michael Thieke – alto clarinet, clarinet
Gebhard Ullmann – bass clarinet

Eine vitale und abenteuerlustige Spielhaltung eint diese drei gestandenen Holzbläser. Allen voran Gebhard Ullmann (*1957), der seit Dekaden ein Faible für außergewöhnliche Formationen pflegt und schon in den Achtzigern zu den maßgeblichen Impulsgebern des (West-)Berliner Jazz zählte.
Viele Jahre wohnte Ullmann zum Teil in New York, entsprechend lang ist die Liste seiner Kooperationen mit amerikanischen Jazzern.
Durch unzählige Konzerte und Produktionen auch auf US-Labels genießt der vielfach ausgezeichnete (u.a. Jazzpreis Berlin, SWF Jazzpreis, Preis der dt. Phonoakademie und der dt. Schallplattenkritik, Choc de l’annee) Musiker und Komponist internationales Renommee.

Jürgen Kupke (*1960), wurde in den Neunzigern mit der Band Frigg bekannt, zu der u.a. Boris Bell, Horst Nonnenmacher, teils auch Phil Minton und Elliot Sharp gehörten.
1998 gründete Kupke mit Ullmann und Theo Nabicht das Clarinet Trio, für letzteren kam 2002 Michael Thieke, der seit 1999 neben der Berliner auch die Szene in Rom bereichert.

Mit einem Repertoire, das die Pionierzeiten des deutschen Jazz in Erinnerung ruft und in die Gegenwart transzendiert, bildet das Clarinet Trio einen inhaltlich und formal interessanten Gegenpol zur direkt folgenden Großformation.

clarinet-trio.html

 

 

 

New Generation of Sister & Brotherhood

Baby SommerGünter „Baby“ Sommer – drums, arrangements / Antonio Borghini – bass / Achim Kaufmann – piano / Anna Kaluza – alto sax / Frank Gratkowski – alto sax, clarinet, flute / Silke Eberhard – alto + tenor sax, clarinet, bass clarinet / Matthias Schubert – tenor sax / Gebhard Ullmann – tenor sax, flute, bass clarinet / Anke Lucks – trombone / Christof Thewes – trombone / Lina Allemano – trumpet / Martin Klingeberg – trumpet, vocals / Nikolaus Neuser – trumpet / guest Raymond MacDonald – soprano + alto sax

Das zweitgrößte Ensemble der diesjährigen Saison am Kaisersteg kann man angesichts seiner hochkarätigen Mitglieder als eine Art Gipfeltreffen bezeichnen.
Den Beteiligten geht es aber vor allem darum, einer Legende Referenz zu erweisen: der Brotherhood of Breath.
Diese Band gilt heute als Keimzelle des Ethno-Jazz, gleichwohl ist sie mittlerweile weithin vergessen und gilt allenfalls unter Fachleuten als unbedingter Geheimtipp.
1969 wurde die „Bruderschaft“ von dem aus Südafrika stammenden Pianisten Chris McGregor in London gegründet, dazu gehörten u.a. Dudu Pukwana, Louis Moholo, Mongezi Feza, Evan Parker, Alan Skidmore, John Surman.
Das Debütalbum etablierte 1971 ihren Ruf als aufstrebende Innovatoren, die afrikanische Melodik, treibenden Puls und ekstatische freie Improvisationen vereinte. Eine weitere Studioproduktion sowie eine Liveplatte folgten, Mitte der 70er löste sich die Urformation auf.

Die New Generation of Sister & Brotherhood versammelt nun herausragende Musikerinnen und Musiker mehrerer Generationen und erweckt den grenzlosen Geist der damaligen Pioniere zu neuem Leben.
Um die akribische Erforschung des überlieferten Materials der Brotherhood of Breath kümmern sich seit Jahren der schottische Musikwissenschaftler/Saxophonist Raymond MacDonald und der legendäre deutsche Drummer Günter Baby Sommer.
Das ambitionierte und spektakuläre Projekt soll auch andernorts auftreten, darüber hinaus sind Kooperationen mit weiteren Musizierenden und Ergänzungen des Repertoires um neue Stücke ins Auge gefasst, die Baby Sommer im politisch engagierten Geist der Brotherhood schreibt.

chrismcgregor.html
babysommer.com

Weitere Aufführungen:
So 29. August – Jazz Picknick Cottbus; Mo 30. August – Dresden Jazzclub Tonne

 

 

 

Gefördert von:

Initiative Musik     

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Samstag   11. September '21 - jazzkeller 69 stellt vor - 16 Uhr:
Freiluft Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg


UnbedingT

UnbedingT Photo: Klaus FehlingJürgen Kupke – clarinet
Florian Bergmann – bass clarinet
Christian Marien – drums
Jörg Schippa – acoustic guitar

Auch dieser Samstag am Kaisersteg präsentiert ein absichtsvolles Kontrastprogramm und zeigt damit, wie vielschichtig der Jazz im 21. Jahrhundert ist.
Zum Auftakt beweist das Quartett UnbedingT nicht nur durch seine ausgefallene Besetzung entschlossenen Gestaltungswillen.

In der Musik des Albums Zirkus Bizarr erkannte das Fidelity Magazin „eine Art Volkstanz-Avantgarde aus dem Abenteuergeist des Bebop“ und analysierte begeistert: „wilde Melodien, groteske Rhythmen, rasante Karikatur und virtuose Übertreibung, etwas schrille Melancholie auch, Polka, Bänkellied und Zauberei. […] Vollends einzigartig gerät dieser Musikzirkus aber durch die seriöse Komplexität der Kompositionen, in denen sich halsbrecherische Linien irrwitzig überlagern.“

Die Instrumentierung erklärte Bandleader Jörg Schippa seinerzeit im Jazz Thing: „Klarinette reizt mich wegen ihrer Farben und starken Ausdrucksmöglichkeiten, die Bassklarinette liegt mir seit Bitches Brew im Ohr und die akustische Gitarre überdeckt deren Ton nicht wie eine elektrische.“

joergschippa.de

 

 

 

Hannes Zerbe Jazz Orchester

HANNES ZERBE JAZZ ORCHESTERREEDS
Jürgen Kupke – clarinet / Silke Eberhard – alto sax, clarinet / Nico Lohmann -alto sax, flute / Dirk Engelhardt – tenor sax / Gebhard Ullmann – bass clarinet, flute / Alexander Beierbach – bariton sax
BRASS
Damir Bacikin – trumpet / Nikolaus Neuser – trumpet, flügelhorn / Christian Magnusson – trumpet / Jörg Huke – trombone / Florian Juncker – trombone / Stefan Most – horn / Morris Kliphuis – tuba
RHYTHM
Jörg Schippa – guitar / Horst Nonnenmacher – bass / Christian Marien – drums / Hannes Zerbe – piano
GUESTS
Heide Bartholomäus – vocal / Taiko Saito – xylophon

Der Pianist und Bandleader Hannes Zerbe (*1941) wird im Juni 2021 mit dem Jazzpreis Berlin ausgezeichnet und gilt als einer der Gründerväter der ostdeutschen Jazzszene. Schon Ende der Siebziger setzte er sich in seiner damaligen „Blech Band“ (zu der auch Mitglieder der Staatskapelle Berlin und der Berliner Sinfoniker gehörten) mit Kompositionen Hanns Eislers auseinander.
Eine kaum weniger lang andauernde Verbindung pflegt er seit 1989 mit dem knapp 19 Jahre jüngeren Klarinettisten Jürgen Kupke.
Das Repertoire seiner Ensembles schreibt Zerbe fast immer selbst, wobei er laut eigener Website „die europäische Musiktradition von Komponisten wie Alexander Mossolow, Kurt Weill, Hanns Eisler und Paul Dessau bewusst einbezieht; auch Einflüsse aus dem sinfonischen Bereich von Bruckner über Strawinsky bis Schostakowitsch sind […] relevant.“
Im 2011 gegründeten Jazz Orchester Berlin versammelt Zerbe Protagonisten der hauptstädtischen Jazz-Elite.
Das Projekt Industriekultur im Jahre 2019 warf einen künstlerischen Blick auf die Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.
Ausgangspunkt dabei ist die Bewegung des Futurismus mit ihrer Faszination für Technik und daraus resultierendem Fortschritt. Viele Künstler unterschiedlicher Disziplinen ließen sich seinerzeit von industriellen Prozessen und den dazugehörigen Anlagen anregen.
Mit 17 Personen ist Hannes Zerbes Jazz Orchester die größte Formation der diesjährigen Saison am Kaisersteg und als würde dieser Superlativ nicht genügen, wird es seit dem Projekt INDUSTRIEKULTUR noch verstärkt durch die ausdrucksstarke Malletspielerin Taiko Saito und die Schauspielerin Heide Bartholomäus.

hannes_zerbe_jazz_orchester.html
www.hanneszerbejazzorchester.de

 

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Donnerstag   16. September '21    -    Einlass: 18:30     Konzert: 19  -  21 Uhr
Bühne am Kaisersteg    [Hasselwerderstraße 22A]


Berlin Jazz Composers Orchestra JayJayBeCe

Leitung Christof Griese

„Wenn ein Ensemble mehr ist als die Summe der Akteure, dann ist oft ein Chef mit Führungsqualitäten im Spiel. Fetzige Bläsersätze und knackige Rhythmen fegen Big Band Vorurteile swingend beiseite.“
~ Der Tagesspiegel

jayjaybece

Das Berlin Jazz Composers Orchestra JayJayBeCe – ein etwas griffigeres Kürzel für JugendJazzBandCharlottenburg – wurde 1987 von Christof Griese an der Musikschule Charlottenburg, jetzt City West von Berlin gegründet.

Das einzigartige Konzept – junge MusikerInnen spielen ausschließlich Kompositionen Berliner Komponisten – führte zu Einladungen auf Festivals und zu Wettbewerben in Berlin, London-Lewisham, Norwich, Cardiff, Eindhoven, Kopenhagen, Leipzig, Nürnberg, Bingen, Dresden, Mexiko-Stadt, Stuttgart und Hoofddorp.

Bei der Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ gewann JayJayBeCe 2010 als einzige Big Band gleich zwei Preise: den renommierten Skoda Jazz Preis (mit Dozenten eigener Wahl) und den Sonderpreis der Union Deutscher Jazzmusiker für die Interpretation eines zeitgenössischen Werkes.
2014″ in Stuttgart wurde der Förderpreis des Landes Baden-Württemberg gewonnen.
Beim Meer Jazz Festival in Hoofddorp Harlemermeer NL konnte JayJayBeCe den International Big Band Concours 2012 als „First Class First Prize Winner“ und 2013 als „Top Class First Prize Winner“ beenden.
Im Mai 2014 wurde die Bigband dort „Top Class Second Prize Winner“.

Seit 1998 tritt JayJayBeCe monatlich in der Konzertreihe des Jazzkeller 69 e.V. auf. Diese regelmäßigen Konzerte tragen wesentlich zu den Erfolgen der Band bei.

HOLZ
Nils Feldmann – alto, sopran / Felix Broman – alto / Aaron Klenke, Gabriela Solovyova – tenor / Yannic Rösch – bariton, bass clarinet
BLECH
Tobias Knebel , Elina Dalewski, Kelly O´Donnohue, Juri Bell – trumpet / Laszlo Griese, Jan Uwe Zabel, N. N. – trombone / Milena Mette – tuba
RHYTHMUS
Ettore Marangon – guitar / Ron Fabian – piano/ Pelle Buschmann – bass / Tobias Heise – drums

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Samstag   25. September '21 - jazzkeller 69 stellt vor - 16 Uhr:
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Jazz am Kaisersteg


Off The Record

Off The RecordDominik Bukowski – vibraphon
Ronny Graupe – guitar
Phil Donkin – bass
Oliver Steidle – drums

Seit den frühen Nullerjahren zieht Ronny Graupes Ruf als besonders origineller Gitarrist immer weitere Kreise.
Nicht zuletzt wegen seiner individuellen Klanggebung, die ihm u.a. durch eine zusätzliche siebte Saite in tieferen Registern gelingt.
Ob in seiner Band Spoom (mit Christian Lillinger, Jonas Westergaard, Christian Weidner), bei Gropper/Graupe/Lillinger (Ex-Hyperactive Kid) und Melanoia oder im Projekt qöölp an der Seite der französischen Stars Theo und Valentin Ceccaldi (Geige und Cello): stets verblüfft Graupes eigener Stil.

Im 2019 gegründeten Quartett Off The Record weiß er mit Donkin und Steidle zwei bekannte Größen hinter sich, die als überaus wendige, einfallsreiche und dynamische Impulsgeber begeistern.
Noch signifikanter ist indes die Paarung Vibraphon und Gitarre. Zwei Instrumente, die sowohl melodisch, als auch harmonisch agieren können, konstatiert Graupe, der Bukowski schon während seines Studiums bei einem Workshop kennenlernte.
Die Musik charakterisiert er als lange, sich entwickelnde kompositorische Bögen, deren Formen und Strukturen Räume bieten für Improvisationsfelder, die an freies Spiel grenzen. Da Bukowski größtenteils in Danzig lebt, dürfte sein Auftritt für viele eine Entdeckung werden.

 

 

 

Weird Weapons

WEIRD WEAPONSOlaf Rupp – acoustic nylon string guitar
Joe Williamson – double bass
Tony Buck – percussion

Das Trio um den Ausnahmegitarristen Olaf Rupp veröffentlichte 2005 sein Debütalbum, rund sechs Jahre später erschien der schlicht 2 genannte Nachfolger.

„Jede Note hat ihre eigene Klangfarbe und braucht deshalb keinen melodiösen, harmonischen oder sonst wie dramaturgischen Überbau“, skizziert Rupp das Konzept der faszinierenden, teils transparent-filigranen, teil komplex-abstrakten Musik, die international hoch gelobt wird.
Die nonkonforme Haltung der drei Künstler zeigt sich in vielen Aspekten. Rupps eigenwillige Spielweise, bei der er die Gitarre in einer aufrechten Position hält, lehnt sich an die chinesische Pipa-Tradition an, zudem streicht er manchmal mit einem Bogen.

Tony Buck gilt als äußerst erfindungsreicher und klangorientierter Drummer, der Knistern, Kratzen und Scheppern, hypnotisch-rollende Patterns und schwellende Töne in seine erstaunliche Rhythmik integriert.
Williamson schabt, sägt und quietscht ebenfalls gerne geräuschhaft mit dem Bogen. Während Rupp und der Australier Buck bis heute zu den wichtigen Impulsgebern der Berliner Improvisationsszene zählen, ist Joe Williamson inzwischen wesentlich seltener hier zu sehen – der Kanadier wohnt seit einer Weile in Stockholm.

www.olafrupp.de

 

 

 

Silke Eberhard / Nikolaus Neuser and TALIBAM!

Silke Eberhard / Nikolaus Neuser and TALIBAM!Silke Eberhard – alto sax
Nikolaus Neuser – trumpet
Kevin Shea – drums
Matt Mottel – synthesizer, 3-string guitar

Im September 2020 veröffentlichte das transatlantische Quartett das Album This Week Is in Two Weeks mit zwei knapp 20min langen, dynamischen ad hoc-Stücken.
Dabei zeigen nicht nur die jeweiligen Duos tiefes Einverständnis untereinander (immerhin arbeiten sie schon viele Jahre zusammen), auch die gemeinsame intuitive Interaktion funktioniert atemberaubend.

Klug gesetzte Kontraste (beispielsweise Bläser vs. Synthesizer), ein energiegeladenes Schlagzeug als Triebfeder, mäandernde Linien und rollende Flügel-Einsätze, flirrende bis schroffe Modulationen, eine enorme Bandbreite an Klangfarben und Abstraktionen kreieren extrem dichte Momente.
Zwischendrin flackern Referenzen an die Jazz-Geschichte bis hin zu kleinen Blues-Motiven auf. Die glückliche Fügung will es, dass Shea und Mottel nach fulminanten Auftritten bei früheren Moers Festivals in diesem Jahr die dortige „residency“ erhalten haben; so werden die beiden New Yorker länger in Deutschland sein und können die Kooperation mit Eberhard/Neuser fortsetzen.

Noch ein Wort zu ihrem Künstlernamen: er geht auf die Überschrift einer Zeitung zurück, die versuchte, das Bombardement der Amerikaner in Afghanistan heldenhaft zu überhöhen – einen Angriff, den die beiden Künstler verurteilen.
Ihr Ziel ist vielmehr, Ideologien und Dogmen mit menschlichem Geist und Mitgefühl zu begegnen.

 

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