Sonntag 3. Oktober '21    Einlass: 15:00  Beginn: 15:30  -  Jazzkeller 69 zu Gast in
Industriesalon Schöneweide   [Reinbeckstr. 9, 12459  Berlin-Schöneweide]


Assif Tsahar, Mat Maneri, Jim Black: JAM

Assif TsaharAssif Tsahar – tenor sax, m’bira
Mat Maneri – viola
Jim Black – drums

„Man sagt, dass Eisberge nicht das sind, was sie zu sein scheinen, dass nur kleine Teile von ihnen tatsächlich über die Meeresoberfläche hinausragen. So war es auch bei der Show des Trios. Ihre Musik schuf ein schaukelndes Meer aus Synkopen und Dissonanzen, aus dem überraschend prägnante Motive hervortraten…
Black spielte mit Esprit, klopfte sich durch Rhythmen, die aufhörten und anfingen, drängte Maneri und Tsahar und entfernte sich dann wieder. Manchmal deutete er Meter an, die so tief in der Tasche steckten, dass selbst die schüchterneren Tonic-Zuschauer anfingen, mit dem Kopf zu nicken (und das auch noch gleichzeitig!), aber er ließ sie nie einsinken.
Maneri hingegen nahm Blacks Hinweise auf und erzwang Muster, die am Rhythmus zerrten und schlau in überraschende Auflösungen übergingen.
Dann fanden die drei gleichzeitig einen neuen Klang, spontane Komposition vom Feinsten: Tsahar traf auf Maneri und die beiden tauschten harmonische Dissonanzen aus.

Das Trio ließ aus jedem neuen Klang Motive entstehen, aber kaum hatten sie diese gefunden, sprangen Maneri oder Tsahar mit rasanten Linien heraus, die nie zurückblickten.
Mit einem unmerklichen Nicken verlangsamten sich die Soli und wurden von einer zunehmenden Kakophonie der anderen beiden begleitet.
Besonders die Kakophonie von Black stach hervor, der ungeduldig von Schlagzeugstöcken zu Schlägeln und sogar zu Fingernägeln wechselte. Und gerade wenn es so aussah, als würde er den Rhythmus außer Kontrolle geraten lassen, spielte er ein oder zwei Takte, um zu zeigen, wie sehr er sich die ganze Zeit unter Kontrolle hatte.
Sogar wenn er einen Stock oder einen Schlägel, den er gerade benutzt hatte, wieder in sein Instrument fallen ließ, ließ er ihn im Rhythmus fallen, und für einen Moment begleitete er ihn, während er wieder an seinen Platz klapperte.

Im Einklang mit der überraschenden Entwicklung einer jeden Improvisation endeten die Lieder mit einer überraschenden Leichtigkeit. Beifall ertönte, und bevor noch Zeit war, ein ehrfürchtiges „hmm…“ auszustoßen, waren die Musiker schon wieder am Werk.“

~ Matt Rand, December 28th, 2002

Youtube: JAM- Bridges-Go-Around

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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