Das gesamte, umfangreiche Programmheft des KulturSommer hier als PDF |
Samstag 25. Juli '26 - Jazzkeller 69 päsentiert - 16 Uhr:
Alte Kita [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg - draußen & gratis
The Cricket
Rudi Mahall – bassclarinet/tenor saxofone
Felix Wahnschaffe – alto saxofone
Rodolfo Pacapelo – bass
Jan Leipnitz – drums
Paccapelo & Wahnschaffe hatten einen Packen ihrer handgeschriebenen Eigenkompositionen fertig und suchten nach einem Medium, um das im Inneren Gehörte in die Realität zu bringen.
Sie riefen Mahall & Leipnitz in den Probenraum und legten die Notenblätter auf einen einzigen Notenständer, den sich alle teilten.
Stück um Stück wurde eingezählt, Ballade, Up-tempo, freiere Form, Blues mit ungewöhnlicher Akkordfolge, auch ein bisschen Krummtakt war dabei.
Alles schwang, klebte sich zusammen – der Raum füllte sich ganz wie von selbst mit musikalischer Farbe und Wärme. „Ok“, sagten sich die Vier, das läuft gleich und ohne viel Gebastel.
Eine totale Überraschung war das natürlich nicht, die vier Musiker hatten in ihren respektiven Karrieren schon des Öfteren die Gelegenheit, in verschiedenen Kontexten zusammen zu musizieren.
Jedoch war die Leichtigkeit, mit der hier ein Bandsound entstand, bemerkenswert.
Dan Blake Quartet
Photo: Christopher Drukker
Dan Blake – reeds
Elias Meister – guitar
Jan Roder – bass
Joe Hertenstein – drums
Der Saxophonist und Komponist Dan Blake blickt auf eine vielseitige Karriere zurück, in der er „Tradition als einladenden Spielplatz betrachtet, dem man sich am besten mit Staunen und Abenteuerlust nähert“ (The Boston Globe).
Er tourte und nahm mit Größen des Jazz und der zeitgenössischen Musik wie Esperanza Spalding, Julian Lage und dem NEA Jazz Master Preisträger Anthony Braxton auf und veröffentlichte eigene, von der Kritik gefeierte Alben, die als „perfekter Soundtrack für eine bessere Welt“ (Monarch Magazine) gepriesen wurden.
Sein jüngstes Werk, „Got My Wings“, ist eine Ballettmusik, die 2025 bei Ahyaropa Records erschienen ist und ihm ein Stipendium der New York Foundation for the Arts einbrachte.
Für dieses Konzert bei Jazz am Kaisersteg präsentiert Dan Blake neue Kompositionen aus seinem wachsenden Werkzyklus „Sages and Fools“.
Die Musik vereint elektronische Klanglandschaften, experimentelle modale Kompositionen und jene Art von spontanem Zusammenspiel, die nur mit erfahrenen Improvisatoren wie Elias Meister, Jan Roder und Joe Hertenstein möglich ist.
Samstag 8. August '26 - Jazzkeller 69 päsentiert - 16 Uhr:
Alte Kita [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg - draußen & gratis
Peter Ehwald & Scubert Four

Foto: Beat Haberschmidt
Peter Ehwald – reeds
Thomas Dąbrowski – trumpet
Matthias Pichler – bass
Ivars Arutyunyan – drums
Der in Berlin lebende Saxophonist Peter Ehwald hat für sein neues Quartett „Scubert Four“ eine Reihe musikalischer Aufrufe komponiert.
Diese eigenständigen, komponierten musikalischen Zellen rufen zum Handeln auf – zur Improvisation, zur Interpretation und zur Kommunikation.
Die Musiker, die Ehwald’s call for action folgen, gehören zu den Interessantesten der europäischen Szene. Zusammen mit seinem langjährigen Partner aus Malmö, dem Trompeter Tomasz Dąbrowski, bildet Ehwald die Frontline – die beiden Musiker harmonieren hervorragend miteinander und sind als Solisten äußerst spannende Gegensätze.
Getragen wird dieses energiegeladene Wechselspiel von einer kraftvollen Rhythmusgruppe: Bassist Matthias Pichler und Schlagzeuger Ivars Arutyunyan, beide feste Größen der Berliner Szene, verleihen der Musik Dynamik, Tiefe und unbedingten Vorwärtsdrang.
Scubert Four ist ein kompromissloser Appell, in den Club zu gehen – der diesmal am Kaisersteg liegt!

Foto: Rabbit Hole Theater
Helicopter
Peter van Huffel – saxofone
Roland Fidezius – bass
Simon Carmatta – drums
Helicopter ist ein energiegeladenes Trio, das an der Schnittstelle von Jazz, Punk, freier Improvisation und rohem Klangchaos abhebt.
Mit Peter Van Huffel (Saxophone), Roland Fidezius (Bass) und Simon Camatta (Schlagzeug) verbindet die Band das brennende Feuer der Berliner Underground-Szene mit der kreativen Dynamik des Ruhrgebiets.
Entstanden aus einem spontanen Treffen im Rabbit Hole Theater (Essen) im Januar 2024, ist Helicopter eine explosive Fusion aus Melodie, Lärm, Groove und furchtloser Improvisation.
Während Peter und Roland – langjährige Mitstreiter im Thrash-Jazz-Trio Gorilla Mask – ihren Sound in unerforschtes Klangterritorium vorantreiben, bringt Simon, eine treibende Kraft in der Avantgarde-Szene NRWs, seine unverwechselbare rhythmische Intensität ein.
Das Ergebnis: eine unvorhersehbare Reise – manchmal turbulent, immer elektrisierend.
Samstag 22. August '26 - Jazzkeller 69 päsentiert - 16 Uhr:
Alte Kita [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg - draußen & gratis
Für Hannes – zum 10. Todestag von Johannes Bauer

Foto: Lena Panzer-Selz
Conny Bauer – trombone
Nils Wogram – trombone
Helmut Joe Sachse – guitar
Joe Hertenstein – drums
Am 6.5.2016 ist mit Johannes Bauer ein bedeutender Vertreter der europäischen improvisierten Musik verstorben.
An diesem Samstag wollen wir noch einmal nach der April-Veranstaltung im Peter Edel an ihn erinnern. Dazu werden Conny Bauer, Nils Wogram, Helmut Joe Sachse und Joe Hertenstein in unterschiedlichen Duo-Besetzungen und zum Abschluss als Quartett spielen.
Duo Conny Bauer – Nils Wogram

Foto: Michael Debets
Conny Bauer gilt als Meister der melodischen Improvisation auf der Posaune. Seine Musik umfasst ein weites Spektrum an Klangfolgen und Melodien, bei denen er seine ganz eigenen Tonschöpfungen, von John Corbett als „Conradismen” bezeichnet, einsetzt.
Conny Bauer glänzt mit seiner herausragenden Technik auf der Posaune, seiner Virtuosität und seinen improvisatorischen Einfällen.
Der Posaunist Nils Wogram ist einer der spannendsten und produktivsten Musiker der deutschen Jazzszene mit internationaler Strahlkraft.
Seine Musik wurzelt tief in der Tradition des Jazz. Dennoch versucht er diese Sprache zu erweitern, indem er musikalische Materialien verwendet, die nicht aus dem Jazz kommen. Dazu gehören andere Formen von Rhythmus, Form sowie melodischem und harmonischem Material.
Nils Wogram bildet hier ein Duo mit dem legendären Posaunisten Conny Bauer. Sie spielen freie, improvisierte Musik mit einem ausgeprägten formalen Anspruch.
Duo Nils Wogram – Joe Sachse
Foto: Schorle
NILS WOGRAM JOE SACHSE DUO – FREIES GERÖLL
Wie kommt es, dass das alles selbstverständlich, so freundlich, freudig und mitreißend wirkt… Wohl so nur, weil sich hier zwei Wahlverwandte getroffen haben.
Beide – Nils Wogram und Helmut „Joe“ Sachse – sagen übereinstimmend, dass sie sich im Fluss dieses Duospiels wohl fühlen.
Das merkt man an der Wärme des Klanges, an der Leichtigkeit, mit der sie zueinander finden, in den Entsprechungen – sei es in rasanten Unisoni, im Mit- und Gegeneinander melodischer Linien, im souveränen Gang durch die Akkorde und im Parcours über vertrackte Rhythmen. Letztlich wirkt alles ganz einfach, unangestrengt, intellektuelle Erwägungen hinter sich lassend, im besten Sinne spielfreudig, einander und den Zuhörenden zugeneigt.
Die Musiksprachen finden zueinander und die Instrumente zu einem gemeinsamen Klang.
Joe ² – Joe Sachse und Joe Hertenstein
Foto: Harald Krichel
Der Gitarrist Joe Sachse spielt schon seit vielen Jahren im Duo mit unterschiedlichen Schlagzeugern – so mit Baby Sommer, Ernst Bier und mit John Marshall (Soft Machine), mit dem Sachse viele Jahre arbeitete und der 2023 leider verstarb.
So versteht er auch das neue Duo mit Joe Hertenstein: „Freies Spiel als Grundlage, aber auch rhythmische Strecken mit Standards oder Lieder usw . Mit David Moss, Paul Lovens, Wolfram Dix, Ernst Bier, Baby Sommer und auch mit John Marshall hat das wunderbar funktioniert.“
Die Begegnung mit Joe Hertenstein ist Fortsetzung dieses Konzepts.
Joe Hertenstein ist ein Schlagzeuger, der sowohl in der deutschen Jazzszene als auch in der amerikanischen Jazzszene bestens vernetzt ist. Er war und ist beim Jazzkeller 69 mit vielen interessanten Formationen vertreten.
C. Bauer/N. Wogram/J. Sachse/J. Hertenstein

Johannes Bauer
Zum Abschluss erleben wir ein Quartett, das so noch nie öffentlich zusammengespielt hat.
Ein Quartett, das vielleicht von der Instrumentierung ein bisschen an die legendäre Formation Doppelmoppel erinnert, aber musikalisch andere Töne anschlägt.
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Samstag 5. September '26 - Jazzkeller 69 päsentiert - 16 Uhr:
Alte Kita [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg - draußen & gratis
Pallawatsch

Photo: Andreas Haas
Roland Komitow – reeds
Jan von Klewitz – alto saxofon
Donat Kubrinski – trumpet
Paul Schwingenschlögl – flugelhorn/trumpet
Thomas Finke – piano
Tom Kessler – guitar
Omar Diop – voice/percussion
Kubi Kubach – bass
Denis Stilke – drums
„Pallawatsch“ kann als launiges Fazit einer musikalischen Autobiografie verstanden werden, das der österreichische Wahlberliner Paul Schwingenschlögl zieht.
Der Trompeter und Komponist, dessen Markenzeichen das leichthändige Ineinander verschiedener musikalischer Genres und ethnischer Einflüsse ist, unternimmt einen Streifzug zu einigen seiner früheren Bands wie Counterblast, Takabanda, Helmut Forsthoff Quartett und African Chase Experience.
En passant arrangiert er – nicht ohne Schmäh, wie es sich für einen gebürtigen Wiener geziemt – quasi ein neualtes Programm und ein altneues Ensemble.
Mit diesem präsentiert er alte Werke in neuer Besetzung und maßgeschneiderte neue Kompositionen. Schwingenschlögls unverwechselbare Kompositionen und die virtuosen, leidenschaftlichen, fantasievollen Interpretationen und Improvisationen seiner Mitmusiker schaffen einen ungestümen, vibrierenden Sound, der zwischen Vitalität und Melancholie oszilliert.
Komplexe Arrangements gehen über in offene Improvisationen, wuchtige Bläserklänge werden unterlegt von afrikanischen Rhythmen und treibenden Beats.
ABSOLUTELY SWEET MARIE
Alexander Beierbach – tenor saxofon
Stefen Faul – trumpet
Anke Lucks – trombone
Gerhard Gschlößl – tuba
Christian Marien – drums
Das 2012 als Quartett gegründete Ensemble spielt seit dem Frühjahr 2022 im Quintett. Fünf InstrumentalistInnen, verwurzelt in Jazz und improvisierter Musik, verarbeiten auf ihre Weise das umfangreiche Werk Bob Dylans.
In der Besetzung vier Blasinstrumente plus Schlagzeug entsteht dabei ein Spektrum an Klangfarben und Grooves: feingliedrige, kammermusikalische Momente werden von dichten Kollektivimprovisationen abgelöst, Brass-Band-Klänge stehen einem Geflecht aus polyphonen Überlagerungen gegenüber.
Einige der ausgewählten Dylan-Songs werden von ABSOLUTELY SWEET MARIE in ihrem Ganzen für die Besetzung arrangiert, wobei die Songs in eine rein instrumentale Form übertragen werden. Oft werden aber auch nur Bruchstücke einer bestimmten Dylan-Aufnahme oder der Interpretation anderer KünstlerInnen übernommen und dienen, in einen neuen musikalischen Kontext gestellt, als Ausgangsmaterial für eigenständige Kompositionen.
Das 2020 veröffentlichte Album „Wherever You Roam“ ist die dritte CD der Band (damals noch im Quartett, ohne Tuba) auf dem musikereigenen Label TIGER MOON RECORDS und versammelt Stücke aus ganz unterschiedlichen Schaffensphasen Dylans.
Neben Arrangements, die relativ neu im Programm sind, finden sich dabei einige Stücke, die die Band schon auf zahlreichen Konzerten immer wieder gespielt und bearbeitet hat.
Auch dadurch ist „Wherever You Roam“ eine gelungene Momentaufnahme und Zeugnis der lebhaften und risikofreudigen Spielhaltung des Ensembles ABSOLUTELY SWEET MARIE.

