Das gesamte, umfangreiche Programmheft des KulturSommer hier als PDF |
Samstag 22. August '26 - Jazzkeller 69 päsentiert - 16 Uhr:
Alte Kita [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg - draußen & gratis
Für Hannes – zum 10. Todestag von Johannes Bauer

Foto: Lena Panzer-Selz
Conny Bauer – trombone
Nils Wogram – trombone
Helmut Joe Sachse – guitar
Joe Hertenstein – drums
Am 6.5.2016 ist mit Johannes Bauer ein bedeutender Vertreter der europäischen improvisierten Musik verstorben.
An diesem Samstag wollen wir noch einmal nach der April-Veranstaltung im Peter Edel an ihn erinnern. Dazu werden Conny Bauer, Nils Wogram, Helmut Joe Sachse und Joe Hertenstein in unterschiedlichen Duo-Besetzungen und zum Abschluss als Quartett spielen.
Duo Conny Bauer – Nils Wogram

Foto: Michael Debets
Conny Bauer gilt als Meister der melodischen Improvisation auf der Posaune. Seine Musik umfasst ein weites Spektrum an Klangfolgen und Melodien, bei denen er seine ganz eigenen Tonschöpfungen, von John Corbett als „Conradismen” bezeichnet, einsetzt.
Conny Bauer glänzt mit seiner herausragenden Technik auf der Posaune, seiner Virtuosität und seinen improvisatorischen Einfällen.
Der Posaunist Nils Wogram ist einer der spannendsten und produktivsten Musiker der deutschen Jazzszene mit internationaler Strahlkraft.
Seine Musik wurzelt tief in der Tradition des Jazz. Dennoch versucht er diese Sprache zu erweitern, indem er musikalische Materialien verwendet, die nicht aus dem Jazz kommen. Dazu gehören andere Formen von Rhythmus, Form sowie melodischem und harmonischem Material.
Nils Wogram bildet hier ein Duo mit dem legendären Posaunisten Conny Bauer. Sie spielen freie, improvisierte Musik mit einem ausgeprägten formalen Anspruch.
Duo Nils Wogram – Joe Sachse
Foto: Schorle
NILS WOGRAM JOE SACHSE DUO – FREIES GERÖLL
Wie kommt es, dass das alles selbstverständlich, so freundlich, freudig und mitreißend wirkt… Wohl so nur, weil sich hier zwei Wahlverwandte getroffen haben.
Beide – Nils Wogram und Helmut „Joe“ Sachse – sagen übereinstimmend, dass sie sich im Fluss dieses Duospiels wohl fühlen.
Das merkt man an der Wärme des Klanges, an der Leichtigkeit, mit der sie zueinander finden, in den Entsprechungen – sei es in rasanten Unisoni, im Mit- und Gegeneinander melodischer Linien, im souveränen Gang durch die Akkorde und im Parcours über vertrackte Rhythmen. Letztlich wirkt alles ganz einfach, unangestrengt, intellektuelle Erwägungen hinter sich lassend, im besten Sinne spielfreudig, einander und den Zuhörenden zugeneigt.
Die Musiksprachen finden zueinander und die Instrumente zu einem gemeinsamen Klang.
Joe ² – Joe Sachse und Joe Hertenstein
Foto: Harald Krichel
Der Gitarrist Joe Sachse spielt schon seit vielen Jahren im Duo mit unterschiedlichen Schlagzeugern – so mit Baby Sommer, Ernst Bier und mit John Marshall (Soft Machine), mit dem Sachse viele Jahre arbeitete und der 2023 leider verstarb.
So versteht er auch das neue Duo mit Joe Hertenstein: „Freies Spiel als Grundlage, aber auch rhythmische Strecken mit Standards oder Lieder usw . Mit David Moss, Paul Lovens, Wolfram Dix, Ernst Bier, Baby Sommer und auch mit John Marshall hat das wunderbar funktioniert.“
Die Begegnung mit Joe Hertenstein ist Fortsetzung dieses Konzepts.
Joe Hertenstein ist ein Schlagzeuger, der sowohl in der deutschen Jazzszene als auch in der amerikanischen Jazzszene bestens vernetzt ist. Er war und ist beim Jazzkeller 69 mit vielen interessanten Formationen vertreten.
C. Bauer/N. Wogram/J. Sachse/J. Hertenstein

Johannes Bauer
Zum Abschluss erleben wir ein Quartett, das so noch nie öffentlich zusammengespielt hat.
Ein Quartett, das vielleicht von der Instrumentierung ein bisschen an die legendäre Formation Doppelmoppel erinnert, aber musikalisch andere Töne anschlägt.
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Samstag 5. September '26 - Jazzkeller 69 päsentiert - 16 Uhr:
Alte Kita [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg - draußen & gratis
Pallawatsch

Photo: Andreas Haas
Roland Komitow – reeds
Jan von Klewitz – alto saxofon
Donat Kubrinski – trumpet
Paul Schwingenschlögl – flugelhorn/trumpet
Thomas Finke – piano
Tom Kessler – guitar
Omar Diop – voice/percussion
Kubi Kubach – bass
Denis Stilke – drums
„Pallawatsch“ kann als launiges Fazit einer musikalischen Autobiografie verstanden werden, das der österreichische Wahlberliner Paul Schwingenschlögl zieht.
Der Trompeter und Komponist, dessen Markenzeichen das leichthändige Ineinander verschiedener musikalischer Genres und ethnischer Einflüsse ist, unternimmt einen Streifzug zu einigen seiner früheren Bands wie Counterblast, Takabanda, Helmut Forsthoff Quartett und African Chase Experience.
En passant arrangiert er – nicht ohne Schmäh, wie es sich für einen gebürtigen Wiener geziemt – quasi ein neualtes Programm und ein altneues Ensemble.
Mit diesem präsentiert er alte Werke in neuer Besetzung und maßgeschneiderte neue Kompositionen. Schwingenschlögls unverwechselbare Kompositionen und die virtuosen, leidenschaftlichen, fantasievollen Interpretationen und Improvisationen seiner Mitmusiker schaffen einen ungestümen, vibrierenden Sound, der zwischen Vitalität und Melancholie oszilliert.
Komplexe Arrangements gehen über in offene Improvisationen, wuchtige Bläserklänge werden unterlegt von afrikanischen Rhythmen und treibenden Beats.
ABSOLUTELY SWEET MARIE
Alexander Beierbach – tenor saxofon
Stefen Faul – trumpet
Anke Lucks – trombone
Gerhard Gschlößl – tuba
Christian Marien – drums
Das 2012 als Quartett gegründete Ensemble spielt seit dem Frühjahr 2022 im Quintett. Fünf InstrumentalistInnen, verwurzelt in Jazz und improvisierter Musik, verarbeiten auf ihre Weise das umfangreiche Werk Bob Dylans.
In der Besetzung vier Blasinstrumente plus Schlagzeug entsteht dabei ein Spektrum an Klangfarben und Grooves: feingliedrige, kammermusikalische Momente werden von dichten Kollektivimprovisationen abgelöst, Brass-Band-Klänge stehen einem Geflecht aus polyphonen Überlagerungen gegenüber.
Einige der ausgewählten Dylan-Songs werden von ABSOLUTELY SWEET MARIE in ihrem Ganzen für die Besetzung arrangiert, wobei die Songs in eine rein instrumentale Form übertragen werden. Oft werden aber auch nur Bruchstücke einer bestimmten Dylan-Aufnahme oder der Interpretation anderer KünstlerInnen übernommen und dienen, in einen neuen musikalischen Kontext gestellt, als Ausgangsmaterial für eigenständige Kompositionen.
Das 2020 veröffentlichte Album „Wherever You Roam“ ist die dritte CD der Band (damals noch im Quartett, ohne Tuba) auf dem musikereigenen Label TIGER MOON RECORDS und versammelt Stücke aus ganz unterschiedlichen Schaffensphasen Dylans.
Neben Arrangements, die relativ neu im Programm sind, finden sich dabei einige Stücke, die die Band schon auf zahlreichen Konzerten immer wieder gespielt und bearbeitet hat.
Auch dadurch ist „Wherever You Roam“ eine gelungene Momentaufnahme und Zeugnis der lebhaften und risikofreudigen Spielhaltung des Ensembles ABSOLUTELY SWEET MARIE.
Montag 21. September '26 Einlass: 19:30 Beginn: 20:00 - Jazzkeller 69 zu Gast in
Kühlspot Social Club [Lehderstrasse 74-79, 13086 Berlin-Weissensee]
Jazzkeller 69-Jam * Freebop/No Standards
directed by Willi Kellers + Assi
Opener:
Anke Lucks – trombone
Elia Balonni – bass
Willi Kellers – drums
Backline: Calisia Flügel; Sonor AQ2 -Drum-Set; Gitarren Amp: Yamaha GI00-212ii; Roland Jazz Chorus JC-120, Hughes & Kettner ATS Sixty; Bass-Amp: Laney Linebacker 65
» Admission 5 € – Valid as a drink voucher for beginners at session
» Number of participants limited. Showing up on time, secures a place!
Sonntag 27. September '26 Einlass: 15:00 Beginn: 15:30 - Jazzkeller 69 zu Gast in
Industriesalon Schöneweide [Reinbeckstr. 9, 12459 Berlin-Schöneweide]
Duo Tobias Delius – Michiel Scheen
Tobias Delius – tenorsaxophone, clarinet
Michiel Scheen – piano
Michiel Scheen und Tobias Delius lernten sich 1984 in Amsterdam kennen und gründeten gleich ihr Duo.
In den vielen Jahren ist in ihrem Spiel ein einzigartiger Tiefgang voller Spannung aus Überraschendem und Vertrautem entstanden.
Ob sie nun frei improvisieren, eigene Kompositionen spielen oder Songs aus dem gemeinsamen Gedächtnis pellen, was erklingt ist immer komplett im Jetzt.
„Das Duett (bei den Nickelsdorfer Konfrontationen) zwischen Tobias Delius und Michiel Scheen war ein absoluter Höhepunkt.
Scheen errichtete burgartige Akkordgebilde, geschmückt mit wunderbaren, tänzerischen Motiven und Verzierungen – wie frische Blumen in jedem Fenster.
Sie spielten wahrhaft feinsinnige Improvisationen, die jene komplizierten Momente des Lebens begleiteten: etwa das Ringen um die richtige Art, sich zu entschuldigen – ein Vorgang, der das Thema zwangsläufig wieder auf den Tisch bringt, auch wenn die Kränkung nur geringfügig war, sich aber beide Seiten nach einer Klärung sehnen.
Delius traf hinreißende melodische Entscheidungen, die an eine tröstende Hand auf dem Rücken erinnerten – eine Hand, die vielleicht, vielleicht auch nicht, langsam in intimere Regionen hinabgleitet.
Scheens präzise abgestimmte Klavier-Cluster erzeugten eine Art „leichtes Grübeln“ – falls so etwas überhaupt möglich ist –, und eine tiefgründige Tenorsaxophon-Ballade glich einer Heißluftballonfahrt, bei der der Wind plötzlich die Richtung ändert: Plötzlich befindet man sich über Zaire, und die Menschen, die mit einem im Korb stehen, sind nicht mehr dieselben, die ursprünglich eingestiegen waren.
Als kurze, langsame Zugabe erklang ein Finale voller Sternenglanz, untermalt von einem tiefen Grollen des Klaviers – wie ein Regal voller Gläser, das bei den ersten Erschütterungen eines Erdbebens vibriert; doch Delius’ Ton war so freundlich und einladend, dass man sich sicher und geborgen fühlte. Er hat beim Spielen so viel Freude, dass sich diese beim Zuhören unweigerlich auf einen selbst überträgt.“
~ Andrew Choate „the Attic“
Unterstützt mit Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Projektförderung Jazz
Sonntag 4. Oktober '26 Einlass: 15:00 Beginn: 15:30 - Jazzkeller 69 zu Gast in
Industriesalon Schöneweide [Reinbeckstr. 9, 12459 Berlin-Schöneweide]
FOR THEIR EGOS
Keisuke Matsuno – e guitar
Daniel Sauer – tenor saxophone
Seth Sjöström – e bass
Mia Ohlmeier – drums
„FOR THEIR EGOS is a dynamic trio from Berlin, Germany. Fusing punk and avantgarde free jazz as well as embracing the simple and beautiful sounds of traditional folk music the band has found a voice of their very own, hardly fitting into any one genre.
Loud and violent and soft and vulnerable at times they bring the listener closer to a healthy insanity. Their minimalistic compositions allow
them to playfully explore the endless possibilities of decision-making in realtime.
Demanding open-minded ears the trio executes their music with a profound sense of the present.
Keisuke plays the guitar. And he creates sounds & noise through self-made analog audio signal processing. He also writes instrumental songs about the small things in life. And does other things that inspire him. What inspires you?
It is Friday around 4:50 pm as I board the U8 towards Herrmannstraße the packed train seems strangely lonely because most of the people are not in fact there hiding behind their phones’ screens.
A homeless person struggles through the crowd and asks people bluntly to offer him their seat they jump up without contradict and move away from the awkwardly twisting and turning person his movements get faster and more uncontrolled until he pulls out a shiny package
and fiddles with it ungainly to access what’s inside the passengers around me grow more uneasy and hurry to squeeze away from him
as he seems to be satisfied with his fiddling he uses his red lighter to heat the little package before reaching with his black hands inside his coat’s pocket to grab a small injection his twisting and twitching gets more pressing and he has to summon all his focus before he finally finds the package with his left hand I leave the train with a couple of other people all clumsily trying to get out I hear someone shout „what the fuck is wrong with you, faggot!?“ .and only as I turn around, I realize that it was directed at me.
If only people could buy sex toys FOR THEIR EGOS“
~ by Keisuke Matsuno
Unterstützt mit Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Projektförderung Jazz
Sonntag 25. Oktober '26 Einlass: 15:00 Beginn: 15:30 - Jazzkeller 69 zu Gast in
Industriesalon Schöneweide [Reinbeckstr. 9, 12459 Berlin-Schöneweide]
Kontrapunkt Berlin Colophony zum 75. Geburtstag von Jon Rose
Jon Rose – violin/ tenor violin
Conny Bauer – trombone
Frank Gratkowski – reeds
Meinrad Kneer – bass
Steve Heather – drums / percussion
Die Polyphonie hat eine reiche und facettenreiche Tradition… Palestrina, der Gesang der Baka-Pygmäen, New Orleans Jazz, balinesisches Gamelan… dazu kommen noch die herausragenden Fähigkeiten von Bach oder Schönberg.
Diese Konstellation internationaler Spitzenimprovisatoren vereint Holzbläser, Blechbläser, Streicher und Schlagzeug zu dem, was Jon Rose als „rogue counterpoint” bezeichnet – parallele Linien melodischer Kreativität und unabhängiger Klangfarben, die sich (oder auch nicht) der harmonischen Logik oder der anerkannten Praxis des Kontrapunkts unterwerfen.
Der Jazzkeller69 heißt Jon Rose (ehemaliger Bewohner Berlins) aus den Wüsten Zentralaustraliens wieder in unserer Stadt willkommen (die nach wie vor sein Lieblingsort in Europa ist).
Unterstützt mit Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Projektförderung Jazz




