Sonntag 5. Februar '23    Einlass: 15:00  Beginn: 15:30  -  Jazzkeller 69 zu Gast in
Industriesalon Schöneweide   [Reinbeckstr. 9, 12459  Berlin-Schöneweide]


Ludwig Hornung Trio

LLudwig Hornung Trioudwig Hornung – piano
Matthias Pichler – bass
Bernd Oezsevim- drums

Vielleicht unterscheiden sich amerikanische und europäische Jazz-Pianisten am auffallendsten dadurch, dass jene aus der „alten Welt“ größtenteils mit Klassik aufwachsen, ehe sie sich der improvisierten Musik zuwenden.
Es ist natürlich kein Zufall, dass sich Einflüsse von (Spät-)Romantik bis zur klassischen Moderne nun auch – markanter denn je im Spiel von Ludwig Hornung ausmachen lassen.
Sie verleihen seinen Kompositionen und dynamischen Improvisationen einen entschieden eigenen Charakter. Zudem offenbaren sie eine geradezu frappierende Entwicklung des Musikers und seiner Band, deren Debüt Spieler 2017 bei Double Moon Records erschienen ist.

Der eindrucksvolle Reichtum an Klangfarben, der allein schon durch nuancierten Anschlag auf dem Flügel möglich wird, ist essentiell für alle Stücke auf Strukturen.
Ebenso wie der Verzicht auf traditionelle Formen, etwa dem typischen Ablauf ‚Thema-Solo-Thema‚.
„Es war mir wichtig, starre Parameter zu vermeiden“, konstatiert Ludwig Hornung, „und schon während des Komponierens hat mich die subtile Tonbildung der Klassik sehr inspiriert.“
Nicht zuletzt begeistert er sich für die „damals revolutionäre Art, wie Skrjabin oder Messiaen mit Akkorden und Harmonien umgegangen sind„.
Bei der Beschäftigung mit Musik des frühen 20. Jahrhunderts stieß Hornung auf einen russischen Komponisten, dessen Werke ihn direkt und nachhaltig beeinfluss(t)en: Nikolai Roslavets.
„Seine Stücke bewegen sich am Rand der Atonalität, ich empfinde ihn wie einen Link zwischen Skrjabin und Schönberg. An Roslavets fasziniert mich, wie er die typisch russische Kraft, Düsternis und emotionale Schwere mit versöhnlichen Stimmungen und feinen Ziselierungen des französischen Impressionismus vereint.“

Das Album-Titelstück Strukturen weckt Assoziationen zu weiteren Klassikern, seine glitzernden Arpeggien lassen etwa an Chopin und Liszt denken. Andererseits macht Hornungs packende Improvisation deutlich, dass er vor allem ein leidenschaftlicher Jazzer ist.
Als solcher verehrt er besonders Paul Bley, den 2016 verstorbenen „leisen Genius des Free Jazz“ (Melody Maker). Darüber hinaus pflegt Hornung seit seiner Jugend ein Faible für – Achtung, scharfer Schnitt – Hiphop.
„Ich finde besonders diese ‚wackeligen‘ Beats interessant, die ich als erstes bei J Dilla gehört habe, mit denen aber auch beispielsweise Flying Lotus oft arbeitet“, erläutert Hornung. „Also wenn die Snare etwas zu spät oder die Kickdrum einen Hauch zu früh einsetzt. Dadurch erscheinen selbst simple Rhythmen irgendwie ungewohnt, sie bekommen etwas Schleppendes oder Asymmetrisches.“

Die Balance, man könnte auch sagen der nahtlose Wechsel zwischen notierten und improvisierten Passagen sowie das Potential für energiegeladene, soghafte Steigerungen gehört ebenfalls zu den prägnanten Gestaltungsmitteln des agilen, 2016 gegründeten Trios.
Lediglich im Titelstück hat Hornung auch den Groove klar notiert, darüber hinaus lässt er Bernd Oezsevim weitgehend freie Hand, wie der intuitive Drummer mit eigenständigen, teils komplexen Einsätzen die Stücke ausgestaltet.
Hornungs Kooperation mit dem wendigen Bassisten Phil Donkin reicht zurück bis ins Jahr 2011.
„Ich schätze beide sehr für ihre Energie und Fähigkeit, auch mal zurückhaltend zu begleiten“, stellt der Bandleader fest. „Phil kann hervorragend Ideen weiterdenken und Grundpfeiler bilden; er ist rhythmisch extrem versiert und ein starker Impulsgeber. Außerdem funktionieren er und Bernd perfekt zusammen – selbst wenn mal längere Pausen entstehen, weil alle Beteiligen immer wieder auch bei anderen Engagements gefragt sind.“
~ Norbert Krampf (FAZ) über die im Herbst 2022 veröffentlichte CD des Hornung Trios
ludwighornung.de

 

Kartenvorverkauf über Eventbrite (10 €, ermäßigt 7 € +VVK), Tageskasse 15 €, ermäßigt 9 €

Unterstützt mit Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Projektförderung „Jazz“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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