jazzkeller 69 e.V.

Mittwoch 5. Dezember 2012


Offener Leserbrief an die Berliner Zeitung

Antwort auf einen Artikel in der Berliner Zeitung vom 5.November 2012

 

Wer als verantwortlicher Redakteur der Berliner Zeitung kaum Jazzrezensionen ins Blatt hebt und wenn, dann auch nur zu Konzerten von Veteranen, trägt Mitschuld an der musikalischen Auswahl des Jazzfestes. Von wegen zu alt.

Immerhin verantwortet Herr Balzer als Musikredakteur auch die Berichterstattung über die Berliner Jazzszene, die ist jung, aktiv und international anerkannt.
Sie kommt aber in seiner Berichterstattung über das Musikleben in der Hauptstadt nicht vor.
Wen wundert es dann, wenn der künstlerische Leiter des Jazzfestes, Bert Noglik, bei den Gremien von ARD und Bund nur Musiker im Hauptprogramm durchsetzen kann, die seit vielen Jahren im Feuilleton stehen.

Mit der Nils-Wogram-Werkschau dürften die Wünsche von Herrn Balzer nach jüngeren Musikern und Ausweitung sowie Modernisierung des Repertoires erfüllt worden sein und das nicht abgeschoben auf eine Seitenbühne, aber da war Herr Balzer wohl schon im Berghain.

Außerdem: Die von Herrn Balzer zu recht monierte fehlende Einbeziehung östlich gelegener Kieze als Veranstaltungsorte wird solange nicht durchsetzbar sein, wie das Westberliner Urgestein Ihno von Hasselt als Produktionsleiter des Berliner Jazzfestes nicht in Rente geht.

Da war es schon erfreulich, im traditionsreichen Hanseatenweg wieder improvisierte Musik vom Feinsten zu hören.

Höhepunkt war sowieso das Konzert des Peter Brötzmann Chicago Tentet am Montag – aber da war das Jazzfest schon vorbei und der Berliner Jazzalltag hat begonnen.
Bert Noglik hat noch harte Arbeit vor sich, um so etwas im Hauptprogramm des Jazzfestes durchzusetzen.

~ Wolf-P.  „Assi“  Glöde

 

 

Mittwoch 5. September 2012


Sean Bergin    * 29. Juni 1948     † 1. September 2012     R.I.P.

mit Tobias Delius & Antonio Borghini im Aufsturz

 

 

Mittwoch 15. August 2012


Abdourahmane Gilbert Diop   20.08.1948 – 15.08.2012     R.I.P.

 

 

Freitag 4. Mai 2012




 

Jazz an der Lohmühle X
Kultursommer im Treptower Norden

2. Juni – 11. August 2012
jeweils 19 – 22 Uhr draußen & gratis

Wir sammeln Spenden für traditionelles Saatgut zur Ernährungssicherung in Südafrika (www.sodi.de)

Open Air Bühne Lohmühlenstraße / Ecke Kiefholzstr. (am Landwehrkanal)
( S-Bhf. Treptower Park / U-Bhf. Görlitzer Bhf. / Bus 194, 171, 147, 265 )
Kulturbanausen e.V. in Zusammenarbeit mit Jazzkeller 69 e.V. und Unterstützung des Bezirksamtes Treptow-Köpenick

Jazz an der Lohmühle ist auch in diesem Sommer ein lohnenswertes Pilgerziel für musikinteressierte Berliner und ihre Gäste.
Draußen und gratis werden in der romantischen Umgebung des Wagendorfes Lohmühle am Landwehrkanal in Berlin-Treptow wieder international anerkannte Berliner Solisten und Ensembles Musik zwischen moderner Folklore und zeitgenössischem Jazz vorstellen.

Der Jazzkeller 69 e.V. als Veranstalter kann in diesem Jahr auf 42 Jahre Jazz in Treptow zurückblicken. Unterstützt werden die Konzerte vom Kulturamts des Bezirksamts Treptow-Köpenick und dem Kulturbanausen e.V.

[vimeo 11037831]

 

 

Editorial
Wir leben in stürmischen Zeiten. Arabischer Frühling, Occupy, Piraten. Und vor einem halben Jahr meldete sich sogar noch eine Initiative von Jazzmusikern zu Wort die sich bessere Bedingungen und Bezahlung wünschte für ihre – immerhin künstlerische – Arbeit.
Da blies ein ordentlicher Gegenwind durchs Feuilleton. Von ‚SZ’ bis ‚Freitag’ wurde die „gesamtgesellschaftliche Relevanz des Jazz“ bezweifelt, der entweder in Avantgarde-Frickelbuden vor esoterischem Publikum oder als weichgespültes Festival-Event stattfinde.
Die ‚Zeit’ schrieb klug abwägend: „Eine Revolution im Sinne einer sozialen Bewegung kann nicht gefördert werden. Die Kunst, die sie auslösen kann, und die Bedingungen der Künstler und Musiker, die sie schaffen, hingegen schon“ und Jazzpianist Michael Wollny kam im Interview mit der ‚Welt’ zu dem Schluß: „Das Problem ist, dass oft versucht wird, in vorauseilendem Gehorsam das Publikum nicht zu enttäuschen.
Mehr Mut zum Eckig-Kantigen und zum Moment, der uns schon zeigen wird, was passiert – das wäre eine Position, von der aus ich sagen würde, der Jazz hat Relevanz.“

Zur gleichen Zeit geht der »Jazz an der Lohmühle« in sein Jubiläumsjahr. Ungerührt von der „Jazzdebatte“? Wohl kaum. Die Open-Air-Konzerte bei freiem Eintritt werden nicht nur durch den Einsatz des Jazzkeller 69 e.V. ermöglicht, sondern auch durch die öffentliche Förderung durch den Bezirk Treptow-Köpenick. Doch in das grob gestrickte Argumentationsmuster mag das über den Sommer gestreckte Jazzfestival nicht passen.
Seine Heimatbühne liegt im Wagendorf Lohmühle – wo Kreuzberg und Alt-Treptow, Landwehrkanal und Görlitzer Park zusammenfinden: von weltentrücktem Elfenbeinturm kann hier sowenig die Rede sein wie von nichtssagender Häppchen-Kultur.
Ganz im Gegenteil: hier findet Jazz auf Augenhöhe mit seinem Publikum statt: viele der Musiker sind Nachbarn, leben in Neukölln, Kreuzberg, Treptow, Friedrichshain.
So treten hier bei insgesamt sechs Konzertabende alle wichtigen Schlagzeuger Berlins auf. Und die gehören wie ihre Kolleg_innen an den anderen Instrumenten zur international vernetzten Szene der improvisierenden Musik. Sie haben – wie ihre Zuhörer_innen auch – viel zu erzählen, bringen Freunde aus aller Welt mit.
So stellt »Jazz an der Lohmühle« wieder einmal ein Programm auf die Bühne, nach dem sich Fans anderswo die Finger lecken.
Angefangen bei der All-Star-Besetzung »Christian Lillinger 4-tett«, die hier erstmals zu hören sein wird (der Schlagzeuger wurde erst mit dem Jazz Echo ausgezeichnet) , über das in Frankreich gefeierte »Clarinet Trio« (das Jazz d’Or-Festival kreiierte eigens ein deutsch/französisches Doppeltrio) bis hin zu Potsa Lotsa, jener Hommage an den in Berlin gestorbenen Eric Dolphy, die in den USA, dem Heimatland des FreeJazz-Heroen so begeistert aufgenommen wurde.

Dass Sean Bergin auch dieses Jahr wieder nach Berlin kommt, macht alle Beteiligten bei »Jazz an der Lohmühle« besonders stolz.
Nicht nur, weil der ins niederländische Exil gegangene Saxofonist zum Urgestein des südafrikanischen Jazz zählt – mit zahlreichen Verdiensten um die Entwicklung des Jazz in Europa, sondern weil er hier in Christian Lillinger seinen neuesten „Friend“ kennenlernte (siehe Konzert am 14. Juli).
Die Frage, ob das relevant sei, kann nur stellen, wer sich weigert, zuzuhören. Gunter Hampel, der in New York und Berlin lebt und arbeitet, hat folgendes zur »Jazzdebatte« beigesteuert: „Mündige Jazzhörer kriegt man – wie im Fußball – nur durch echte Begeisterung.“
Die Antwort von der Lohmühle lautet: Wir sind schon dabei!
~ Tobias Richtsteig

 

 

Sonntag 23. Oktober 2011


DownBeat Magazine: A Jazz Postcard from Berlin

DownBeat Redakteur Jon Ross war im September zu Gast in Berlin und im Jazzkeller:

A Jazz Postcard from Berlin

When drummer Kay Lübke works into a frenzy, splashing cymbals and beating out a rapid-fire tattoo on his snare, the sound is nearly too aggressive for the basement space under Aufsturz, a grungy bar on Oranienburger Strasse in the Mitte neighborhood of Berlin.
The intimate room seems tucked away, removed from the street above, where, for some reason, Tiki-themed lounges dominate the nightlife offerings.
It’s around 9:45 p.m. on a Friday, and Lübke has turned a deliberate, soft introduction into an impressive jumble of sound…

der ganze Artikel: DownBeat Magazine

 

 

Dienstag 18. Oktober 2011


Gefahr für den Fortbestand der Jazzförderung in Berlin in bisheriger Weise

Liebe Freunde, liebe improvisierende Musikerinnen und Musiker,

als Jazzredakteur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk von Berlin-Brandenburg fühle ich mich der Jazzszene der Region seit über 20 Jahren eng verbunden, bin sehr an deren Entwicklung und Stabilität interessiert und bemühe mich entsprechend meiner redaktionellen Möglichkeiten darum, diesen Anspruch mit Leben zu erfüllen.
Darüber hinaus versuche ich in verschiedenen Gremien auch ehrenamtlich, der Jazzszene eine Stimme zu geben – wie zum beispiel im Jazzbeirat des berliner Senats, dem ich von 1990 bis 2010 ununterbrochen angehörte.

Seit einiger Zeit erreichen mich immer wieder Informationen, dass die Strukturen der Förderung freier Gruppen mit Mitteln der öffentlichen Hand grundsätzlich verändert werden sollen.
Nun ist jede und jeder Einzelne mittelbar oder unmittelbar Betroffene aufgerufen, sich zu den öffentlich bislang nicht diskutieren Überlegungen zu positionieren.
Auch mir sind diese Überlegungen nicht im Detail bekannt, aber ich möchte meinen Informationsstand gern einem großen Kreis zur Verfügung stellen, um eine differenzierte Debatte zu diesem Thema anzustoßen. 
weiterlesen …

 

 

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