Archiv 2019

   Alles vor November 2008 unter » der alten Seite « !!!




Samstag 14. September '19    Einlass: 21:00  Beginn: 21:30  -  jazzkeller 69 stellt vor
AUFSTURZ   [Oranienburgerstr. 67]


Hütte and guest play Robert Wyatt

Hütte and guest play Robert WyattJohannes Schleiermacher – saxes
Tobias Hoffmann – guitar
Andreas Lang – bass
Max Andrzejewski – drums

guest:
Cansu Tanrikulu – vocal

Jörg Hochapfel – organ

Der Schlagzeuger und vielseitig aktive Komponist Max Andrzejewski fühlt sich seit je her Robert Wyatts abgrundtief ehrlichen, feinen, humorvollen musikalischen Welt sehr verbunden.
Seine Band HÜTTE, erweitert durch die junge Ausnahme-Sängerin Cansu Tanrikulu und den Keyboarder und Multiinstrumentalisten Jörg Hochapfel, präsentiert nun eine ekstatische und zugleich feine, brüchige Interpretation von Songs verschiedener Schaffensperioden Robert Wyatts.
Das Programm ist eine dramaturgisch durchdache Feier für diesen großen Mann.
Hier Robert Wyatts Kommentar zu diesem Projekt: „This project is great for my sense of still being alive , knowing that these brilliant young musicians look my way for a moment. Please thank them from me. They have my profound gratitude.“
Sich mit britischem Jazz zu beschäftigen bedeutet immer auch sich mit britischem Pop auseinanderzusetzen. Aber was heißt das? Das tausendste »Beatles in Jazz«-Projekt starten oder, noch schlimmer, aufwärmen? Nein, nicht bei uns.
Auch das hundertste »Bowie in Jazz«-Projekt wollten wir nicht. Stattdessen schauen wir auf ein großes Vorbild David Bowies und jene Ära der Musikgeschichte, in der sich Rock und Jazz so nah waren wie nie, insbesondere in Großbritannien und den USA.
Musiker wie Frank Zappa, Jimi Hendrix und Miles Davis, aber auch Bands wie Weather Report und Soft Machine prägten die Fusion-Ära der 60er- und 70er-Jahre.

2019-0914_Wyatt-Setliste

 


Freitag 13. September '19    Einlass: 21:00  Beginn: 21:30  -  jazzkeller 69 stellt vor
AUFSTURZ   [Oranienburgerstr. 67]


Posaunen vs. Entrainment

 

Jeb Bishop/Matthias Muche/Matthias MüllerPosaunen-Trio (BONE-CRUSHER Tour 2019) 

Jeb Bishop / Matthias Muche / Matthias Müller

Das Posaunen-Trio spielt Musik zwischen klangbildhauerischen Noise-Drones, Jericho einstürzenden Blechbläserkaskaden und zarten Klanggeflechten aus Luft und Ton, resonierenden Obertönen mit vielschichtigen Artikulationen in denen die Posaune mit ihren physikalisch akustischen Eigenschaften und der Körperlichkeit der Spieler an ihre Grenzen und darüber hinaus beflügelt werden soll; immer weiter angetrieben wird der archaische Klangapparat durch die Knochenmühle gedreht…pulverisiert, sublimiert und wieder neu Atem eingehaucht.
Ganz im Sinne von Vinko Globokar, dass ein Musikinstrument kein „sakrosanktes Objekt“ ist, sondern lediglich die Verlängerung des Körpers.

Der US-Amerikaner Jeb Bishop, Matthias Müller – Absolvent der Folkwang Hochschule in Essen und jetzt in Berlin lebend -, und der Kölner Musiker, Kurator und Medienkünstler Matthias Muche sind umtriebige Vertreter der Improvisationsszene.

Die drei Posaunisten von Konzert für Hannes haben in unterschiedlichen Konstellationen miteinander und mit Johannes Bauer konzertiert. Der Auftritt als Trio demonstriert, dass hier drei Brüder im Geiste der Improvisationsmusik agieren, bei dem der vierte Abwesende spürbar anwesend ist.
Die drei Posaunisten entwickeln köstliche Trialoge, die in weiten Teilen aus einem Soundgeflecht aus Geplapper, Geschnatter, Geschwätz, aus Pumpen, Palavern, Prusten bestehen.
Eingebettet in diese Klanggewebe werden polyphon vertrackte Bläsersätze. Die instrumententypischen Modulationsmöglichkeiten kommen variantenreich zum Einsatz: Glissandi, Spiel mit Dynamik, resonanzfreie Zungentechniken und Atemgeräusche, gepaart mit Shouts und Schrei-Lauten.
All dies folgt kaum einer rhythmischen Struktur, das Trio orientiert sich nicht vornehmlich am Groove, Im Vordergrund stehen vielmehr Soundeffekte, steht eine durchaus humorvolle Interaktion voller klanglicher und spielerischer Überraschungen – ein offenes Spiel, ganz im Geist von Johannes Bauer.
Konzert_fuer_Hannes_Bishop_Mueller_Muche


Gefördert von:

                                       musikfonds        

 

 

 

 

frank gratkowskiFrank Gratkowski’s Entrainment

Frank Gratkowski – alt sax, bass clarinet, flute
Kazu Uchihashi – guitar
Dan Peter Sundland – bass-guitar
Steve Heather – drums

Ein neues Projekt von Frank Gratkowski in dem es keine stilistischen Einschränkungen oder Vorgaben gibt. Jazz, Rock, Experimentelles – alles ist möglich.
Die Musiker der Band touren weltweit in verschiedensten Formationen und gehören zur „Creme de la Creme“ der zeitgenössischen Musik.
„Alle drei Mitspieler gehören zu meinen absoluten Lieblingsmusikern und sie schaffen es immer wieder mich zu überraschen, was die Musik spannend und frisch hält. Man weiß nie wo die Reise hin führt – eine Einladung zum Zuhören und dabei sein“
~ Frank Gratkowski

 


Sonntag 8. September '19    Einlass: 15:00  Beginn: 15:30  -  jazzkeller 69 stellt vor
Industriesalon Schöneweide   [Reinbeckstr. 9, 12459  Berlin-Schöneweide]


HÜBSCH | MINTON plus

HÜBSCH | MINTON plusPhil Minton – vocal
Carl Ludwig Hübsch – tuba, vocal
Almut Kühne – vocal

Mittels Improvisation schaffen Musiker einen Kontext, der außerhalb des gewohnten Koordinatensystems der Musik liegt. Improvisation ist immer auch Resultat gelebter musikalischer, sozialer, kultureller und politischer Erfahrung – umso mehr, wenn sich drei gestandene ImprovisatorInnen zusammentun, um diese Erfahrungen abzugleichen und zu erweitern, um sie schließlich auf einer neuen, höheren Stufe wieder zusammenzufügen und zu potenzieren. Dieser Prozess hat eine zutiefst menschliche Dimension, die umso spannender und offener wird, wenn die Beteiligten über ein ausgeprägtes eigenes Profil verfügen.

Hübsch und Minton spielen des Öfteren im Duo, Almut Kühne kennt Hübsch von Trio-Besetzungen mit dem Gitarristen Sascha Henkel und dem Tänzer Ingo Reulecke.
Im ersten Teil dieses besonderen Konzertes wird Hübsch mit Minton auf der Bühne stehen, im zweiten Teil mit Almut Kühne. Aber bei drei so vielseitigen ImprovisatorInnen könnte auch noch ein Trio dazukommen.
Lassen Sie sich überraschen – von diesen drei Stimmen, und von einer Musik, die mit Sicherheit einige Grenzen sprengen und Ihre Hörgewohnheiten auf eine unvergessliche Probe stellen wird. Rainer Bratfisch

huebsch-minton

 

 

Ein Besuch lohnt nicht nur wegen unseres Konzertangebots. Das Industrieareal in Oberschöneweide gilt als größtes zusammenhängendes Industriedenkmal Europas. Im Industriesalon Schöneweide ist diese Geschichte sichtbar.
Elektropolis-Tour: Jeden Sonntag um 12 Uhr,Treffpunkt: Industriesalon

 


Freitag 6. September '19    Einlass: 21:00  Beginn: 21:30  -  jazzkeller 69 stellt vor
AUFSTURZ   [Oranienburgerstr. 67]


Booklet

Joe Williamson – bass
Tobias Delius – reeds
Steve Haether – drums

Dies ist die aktuelle Working-Band von Tobias Delius: „In unserem Büchlein stehen lauter Songs, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben.
Aus eigener Hand, von Jazzgrößen wie Duke Ellington oder Herbie Nichols, von Freunden und Kollegen, aber auch vom Radio oder dem Kino.
In unseren Improvisationen tauchen diese Songs immer wieder auf, wobei wir nie wissen welche wann dran kommen, das ergibt sich immer im Moment.“

Die „Zeit“ wiederum fand für Booklet 2006 folgende schwärmenden Worte: „Das nächste große Ding, gibt es das im Jazz überhaupt? Ja …: das Trio Tobias Delius Booklet. … Drei Individualisten betreten die Bühne, rein äußerlich könnten sie unterschiedlicher kaum sein … Jeder für sich mag ein guter Musiker sein, doch was Delius, Heather und Williamson gemeinsam erschaffen, ist weit mehr als gut: Es ist magisch.“

Da spielt die Zukunft

 


Dienstag 3. September '19    Einlass: 20:00  Beginn: 20:30  -  jazzkeller 69 stellt vor
AUFSTURZ   [Oranienburgerstr. 67]


Aufsturz-Jam Freebop / No Standards

willi kellers


directed by Willi Kellers

opening guests:

Christof Thewes – trombone
Meinrad Kneer –  bass

 

 

Backline: Ebach-Upright-Piano; Sonor-Drum-Set mit Becken; Gitarren-Amp: Fender Hot Rod Deluxe III; Bass-Amp: PJB Briefcase + Warwick Take12; No PA

Ende ca. 23:00 Uhr
Eintritt 5 € – Gilt als Getränkebon für Einsteiger bei Session

 

 

 


Donnerstag 15. August '19 - jazzkeller 69 stellt vor - 16 Uhr:
Open Air Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Kaisersteg (Erstes Hausfest der 22a)


16 – 22 Uhr: Erstes Hausfest

Familienfest für Kinder und Erwachsene

16 Uhr
Alte Kinderspiele etc.

18 Uhr
„freies theaterwerk gavroche“ mit erfrischenden walking acts /
Jakob Reisener – piano / Yannic Rösch – bariton sax

20 Uhr
 
Berlin Jazz Composers Orchestra Jay Jay Be Ce,
Leitung Christof Griese

„Wenn ein Ensemble mehr ist als die Summe der Akteure, dann ist oft ein Chef mit Führungsqualitäten im Spiel. Fetzige Bläsersätze und knackige Rhythmen fegen Big Band Vorurteile swingend beiseite.“  ~ Tagesspiegel

„Top Class First Prize Winner“ 2013 und 2015 beim Internationalen Big Band Concours des Meer Jazz Festival in Hoofddorp Harlemermeer, NL

HOLZ
Nils Feldmann,  Anton Kowalski, Gabriela Solovyova, Aaron Klenke, Sebastian Lange, Yannic Rösch
BLECH
Tobias Knebel, Elina Dalewski, Kelly O´Donohue, Lina-Marie Batteux – trumpets;
Laszlo Griese, Simeon Prause, Jan Ole Zabel – trombone; Milena Mette – tuba
RHTYMUS
Jakob Reisener – piano / Ettore Maragon – guitar / Elias Weber – e-bass / Leon Griese – drums

Für das leibliche Wohl: Grillwurst, Kuchen, Popcorn, heiße und kalte Getränke.

ReMiLi-Kids     Jugendtheater gavroche e.V.     Laib & Seele
Zukunftswerkstatt für Senioren   
Nachbarschaftskollektiv   &   Jazzkeller 69 e. V.

 


Samstag 10. August '19  - jazzkeller 69 präsentiert - 19 Uhr:
Open Air Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg


Auditiver Wahnsinn

Auditiver Wahnsinn

Wegen Erkrankung von Gebhard Ullmann musste das Programm kurzfristig geändert werden.

Kosack & Gray

Liz Kosack – synthesizer
Devin Gray – drums

 

Auditiver Wahnsinn

Niels Feldmann – sax
Marcel Siegel – bass
Hans Otto – drums

Nils Feldmann gehört schon länger zur Familie des Jazzkellers 69, denn mit dem Berlin Jazz Composers Orchestra Jay Jay Be Ce kam er seit 2009 Jahren regelmäßig auf unsere Bühnen und uns zu Ohren.
Jetzt kommt er mit eigenen Trio. Und Jazz Composers in eigener Sache sind alle drei schon lange: studiert und erfahren. Als Trio komponieren sie sehr schnell: sie improvisieren.
Und fordern dabei nicht nur sich gegenseitig zum Hinhören auf, wie der Bandname andeutet: Wie steht es denn um die auditiven Fähigkeiten? Können die verschiedenen Stimmen sauber voneinander unterschieden werden?
Im Ernst: erst wenn nichts mehr gehört werden kann, fängt der Wahnsinn an. Noch ist es nicht so weit.
Zum Jazzkeller 69 Jubiläum jedenfalls deutet vieles in eine ganz andere Richtung: Zukunft.
Mindestens die vierte Generation von Musikerinnen und Musikern ist schon angekommen.

 

 

Auditiver Wahnsinn plus

Liz KosackLiz Kosack – synthesizer
Niels Feldmann – sax
Marcel Siegel – bass
Hans Otto – drums

Es ist schon eine Weile her, dass Gebhard Ullmann nach New York ging, weil es in den Achtziger Jahren in West-Berlin „einfach nicht mehr weiterging“ für den Jazzmusiker.
Längst ist er wieder zurück und genießt die Zusammenarbeit mit der dynamischen Jazzszene, die sich nach dem Mauerfall entfaltet hat, nicht zuletzt auf den Bühnen des Jazzkellers 69.

Dort stand und steht, seit sie 2013 nach Berlin kam, auch die MultiMedia-Musikerin Liz Kosack immer wieder, die 2019 mit dem SWR Jazzpreis geehrt wird.
Nicht nur mit ihren Masken und als Gründungsmitglied des KIM Kollektiv zählt sie zu den gefragtesten Musikerinnen der Szene.
Gebhard Ullmann experimentierte schon in den 80er Jahren mit elektronischen Klängen, legte das dann zugunsten seiner akustischen Bands zur Seite und stellt sich seit ein paar Jahren wieder die Frage: „wie kann ich mit elektronischen Tongebern improvisieren?“
Mit Liz Kosack und im Jazz am Kaisersteg findet er ein paar Antworten.

 


Samstag 27. Juli '19  - jazzkeller 69 präsentiert - 19 Uhr:
Open Air Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg


Instant Songs

Instant SongsFrank Gratkowski – reeds
Sebi Tramontana – trombone

„Instant Songs“ – das sind Lieder, die im Augenblick entstehen. Sebastiano Tramontana und Frank Gratkowski nennen so die Musik, die sie spontan im Duo entstehen lassen.
Oft wirken dabei ihre Improvisationen wie kleine komponierte Lieder. Einige haben wunderschöne Melodien, andere werden „gesungen“, wenn die Musiker ihre Stimmen erheben.
Wieder andere machen erweiterte Spieltechniken notwendig: Mehrklänge oder Geräuschhaftes.

Einige dieser Songs sind sehr romantisch, andere wiederum sehr abstrakt. Doch eine klare Struktur ist ihnen gemeinsam: letztendlich geht es immer um den musikalischen Dialog mit einer erzählerischen Qualität, eben um spontane Lieder.

Frank Gratkowski ist einer der Musiker, die sowohl als Lehrer als auch als Mitmusiker und Initiatoren einen wichtigen Vermittlungspunkt für viele Wege im Jazz und in der improvisierten Musik in Deutschland und Europa bilden.
Im Jahr 2000 kam er im Köln-Berlin-Trio mit Mathias Schubert und Johannes Bauer zum ersten Mal zum Jazzkeller 69 nach Treptow. Inzwischen ist er selbst Berliner und mit drei Dutzend verschiedener Projekte bei uns zu Gast gewesen.
Sebi Tramontana stammt aus Sizilien, studierte in Rom Musik und gehört im Bereich der improvisierten Musik zu den herausragenden Posaunisten Europas.
Als solcher spielte er auch 2017 im Berlin Improvisers Orchestra auf Einladung des Jazzkellers.
Einem breiteren Publikum ist er allerdings durch die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Udo Wachtveitl bekannt, bei dessen Lesungen er die Texte musikalisch einrahmt.

 

 

In Memoriam Jochen Gleichmann

Helmut Forsthoff Band feat. Uschi Brüning

helmut forsthoffUschi Brüning – vocal
Helmut Forsthoff – tenor sax
Gerhard Kubach bass
Denis Stilke – drums
Thomas Finke – keyboards
Paul Schwingenschlögl – trumpet

Als im Jazzkeller Treptow noch Dixieland gespielt wurde, gehörte Helmut Forsthoff, gerade Mitte Zwanzig, zur einer Generation von Musikern, die die Grenzen des Jazz wenn nicht sprengen, so doch deutlich locker sehen oder ganz ignorieren wollten.
Mit Kollegen aus der Klaus Lenz-Band gründete er 1971 die Band SOK, ein wichtiger Angelpunkt, der heute noch Orientierung gibt. Kollegen wie Ulrich Gumpert, Günter “Baby” Sommer und als Gast “Luten” Petrowsky spielten hier JazzRock, der beim Rundfunk aufgenommen und im Jugendsender DT64 überaus erfolgreich war.
Zur SOK Besetzung gehörte neben Forsthoff auch der Trompeter Jochen Gleichmann aus dem Bläsersatz der Klaus Lenz Band. Die beiden bedeutenden Instrumentalisten wurden Freunde und trafen sich u.a. in der Hannes Zerbe Blechband wieder, die ab 1979 in zu den wichtigsten Großformationen der DDR zählte.
In dem dreistimmig konzipierten Trompeter-Projekt „African Chase Experience“ von Paul Schwingenschlögl spielte Jochen Gleichmann die erste Trompete.
Ende des vergangenen Jahres ist Jochen Gleichmann nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Ihm widmen sein Kollegen dieses Konzert.

Uschi BrüningUschi-Bruening wurde einst von Klaus Lenz entdeckt und traf dort u.a. Helmut Forsthoff, Hermann Andres und Jochen Gleichmann. Mit Forsthoff und weiteren Kollegen formierte sie schließlich ihre Band Uschi Brünig & Co., mit der sie bis 1979 regelmäßig auch im Jazzkeller Treptow auftrat.
Später wandte sie sich von Soul und Jazzrock eher dem freien Jazz zu. Und doch freut sie sich, wieder mit den Gefährten aus alten Zeiten auf der Bühne zu stehen.
„Das sind alte Freunde“ sagte sie im Frühjahr dem Jazzpodium bei einem Gespräch über ihre eben erschienene Autobiografie („So wie ich“ Ullstein).
„Da fühlt man sich wohl. Und wo man sich wohlfühlt, singt man auch ganz anders.“
So wird das heutige Konzert eine außergewöhnliche Hommage an ein halbes Jahrhundert musikalische Freundschaft und den ebenso beständigen Jazzkeller, an eine immer noch lebendige Musik und an einen noch in der Erinnerung seiner Freunde und Fans weiterlebenden.

 


Samstag 13. Juli '19  - jazzkeller 69 präsentiert - 19 Uhr:
Open Air Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg


K3

Ludolf Kuchenbuch – tenor sax
Heiko Kulenkampff – keyboards
Oliver Koepke – drums

Als vor 50 Jahren der Jazzkeller 69 in Treptow seine Türen im Untergeschoss öffnete, studierte Ludolf Kuchenbuch an der FU Geschichte des Mittelalters und Philosophie.
Gleichzeitig war er auch Saxophonist, nahm u.a. für FMP auf und interessierte sich für die Jazzszene in beiden Teilen der Stadt.
Als Professor ist er mittlerweile emeritiert, als Musiker so aktiv wie immer, in verschiedenen Besetzungen. Jetzt kommt er mit seinem Trio K3 und gratuliert dem Jazzkeller 69 zum Jubiläum.
Denn kennengelernt hat er seine beiden Mitmusiker bei den Jazzkeller 69 Free Sessions.
Und Free ist, wie sie spielen: sie nennen es “radikal frei improvisierte Musik”. Aber diese Freiheit ist ihnen nicht zugeflogen, sie haben sie sich im Proberaum erspielt: sie sammelten Jazzideen, abgehört lokaler Erfahrung, emotionalen Lagen, denkwürdigen Momenten.
Die wurden in Töne gefasst und aufgeschrieben für den spontanen Umgang mit ihnen. Und das muss aufs Improvisieren hinauslaufen, in welcher Form immer.

 

 

Süden

kai lübkeNiko Meinhold – keyboard
John Schröder – guitar
Kay Lübke – drums

Der Süden: wohl der Sehnsuchts-Ort schlechthin. Wo stets die Sonne scheint, starke Bäume satte Früchte tragen und die Zeit insgesamt gemächlicher vergeht.
Kein schlechter Name für ein Jazz-Trio, aber man muss aufpassen, wie Kai Lübke einräumt: „SÜDEN spielt vielleicht mit dem Furor eines Latin Lovers, hat aber die Wucht der Nordmänner in sich. Freiheitlicher Jazz, ja, aber auch Jazz und Rock oder sogar Jazzrock und dabei im Herzen Punk. Und wenn es mal melancholisch oder doch kitschig wird, werden wir das auch mit voller Inbrunst auskosten. Den Blues haben wir eh andauernd“.
Schließlich sind sie ja Berliner Jazzmusiker: mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Aber eben auch Miles Davis als elektrischen Bezugspunkt. Und so gibt es heute in einer seltenen Gelegenheit wieder einmal  John Schröder als Gitarristen zu erleben.

 


Samstag 29. Juni '19  - jazzkeller 69 präsentiert - 18:30 Uhr:
Open Air Bühne im Garten   [Hasselwerderstraße 22A]
Jazz am Kaisersteg


Michael Griener Quartett

Michael GrienerMia Dyberg – alto sax
Anna Kaluza – alto sax
Jan Roder – bass
Michael Griener – drums

„Berlins Bedeutung für den Jazz in allen seinen Facetten und Spielarten ist unumstritten. Nicht nur bundesweit, sondern auch international genießt die Szene für ihre Lebendigkeit, Offenheit und Experimentierfreudigkeit große Anerkennung“.
So beginnt die Website der IG Jazz Berlin. Seit 2011 hat diese Initiative schon viel in und für Berlin geleistet, jetzt kommt eine Jazzwoche dazu, die nicht zuletzt auch hier am Kaisersteg zu erleben ist.
Wie einst das Ornette Colemans Quartett verzichten die Vier um Schlagzeuger Michael Griener auf Klavier oder Gitarre und deren harmonisierende Wirkung.
Mit Jan Roder zählt Griener inzwischen schon zum Jazzkeller69 – Urgestein, auf dem Mia Dyberg und Anna Kaluza ihre respektlos hymnischen Altosax-Bögen errichten.
O.C. klingt als Bezugspunkt an. Seine Parole „Free Jazz“ ist knapp 60 Jahre alt – und noch lange nicht erledigt.

 

 

„Gleichstellung im Jazz“

Dr. Wolfram KnauerDr. Wolfram Knauer – Direktor Jazzinstitut Darmstadt
Dr. Andrea Klonschinski – Philosophin Uni Kiel
Prof. Shannon Barnett – Posaunistin, WDR Bigband und hfmt Köln
Nikolas Neuser – Union Deutscher Jazzmusiker*innen

Gleichstellung geht uns alle an, auch im Jazz. Es geht einfach um Gerechtigkeit und Fairness.
Also laden wir schlaue Leute zu einem Gespräch um Fragen wie:
Rollenbilder im Jazz – ist improvisieren männlich?
Wie steht es im Jazz in Sachen Gleichstellung im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft?
Ist die Ungleichheit im Jazz besonders frappierend?
Wie verhalten sich Quoten in Förderanträgen zur Kunstfreiheit?
Gibt es positive Effekte der Gleichstellung und profitieren nicht auch Männer davon?
Wie können wir neue Rollenbilder im Jazz schaffen?

Das Gespräch moderiert Wolfram Knauer, der am Jazzinstitut Darmstadt auch zu Genderfragen forscht.
Die Kieler Philosophin Dr. Andrea Klonschinski beschäftigt sich mit Fragen der Diskriminierung und Diversität, Prof. Shannon Barnett kennt das Leben als Jazzmusikerin aus der Praxis und Nikolas Neuser arbeitet politisch für Jazzmusiker und Jazzmusikerinnen.

 

 

Stoffner/Lovens/Mahall

Paul LovensRudi Mahall – bass clarinet
Flo Stoffner – guitar
Paul Lovens – selected and unselected drums

Seit er 14 Jahren war, spielt Paul Lovens Jazz, seit einem halben Jahrhundert nun schon die freie Spielart davon.
Der Jazzkeller 69 liebt diese Musik ebenso lange – doch erst seit der politischen Wende können wir den Aachener Lovens regelmäßig einladen.
Im Schlippenbach Trio oder mit Lotte Anker, im Konrad Bauer LX oder eben zur Vorstellung des aktuellen Trios, das er mit Rudi Mahall und dem Schweizer Gitarristen Flo Stoffner unterhält.
Der nannte Lovens im Jazzpodium einen seiner prägendsten Einflüsse, um dann ins Detail zu gehen: „Improvisierte Musik ist der Beweis dafür, dass es keinen Zufall gibt.“
Und er berichtet von der Arbeit mit dem Trio, das im vorigen Jahr das Album „Mein Freund, der Baum“ vorstellte: „Wenn wir auf die Bühne gehen, dann überlege ich mir wirklich gar nichts, was ich machen will. Eigentlich ist ja alles schon da, man geht auf die Bühne und: zack! Dann geht´s los. Da ist ein Urvertrauen. Das sind ja nicht irgendwelche Leute, das sind Freunde!“

Paul Lovens ist so ein Freund, unverrückbar wie ein Baum. Schon immer spielt er in schwarzem Anzug, weißem Hemd. Abwechslung sucht und findet er lieber in seiner Musik, wie er einmal dem österreichischen Standard erklärte: „Es gibt Witze, die ich x-mal erzählen und hören könnte, und immer noch würde ich darüber lachen“.
Es kommt eben darauf an, wie man erzählen kann.

 

 

Handsome Couple feat. DJ illvibe

Handsome CoupleSt. Kirchhoff – banjo
Simon Camatta – drums
DJ Ill Vibe – turntable

“Instrumentale Hip-Hop Musik in der richtigen Mischung von Kreativität und Kaputtheit“ schrieb der Kritiker der Westzeit über Handsome Couple.
Camatta und St. Kirchhoff, die einst auf Theaterbühnen die ehemalige Turntablemusic mit Banjo und Schlagzeug wieder auf den Boden der jazzverwandten Rhythmen herunterbrachen, hat sich den Berliner DJ Illvibe zum Dreier eingeladen.
Der schürft mit dem Plattenspieler in einem grenzenlosen Musik-Universum, u.a. schon bei Lychee Lassi, als diese Band noch als Alonzo Mosley Quartett im Treptower Jazzkeller reüssierte.
Oder eben bei den Nickelsdorfer Konfrontationen im Dialog mit dem Schlagzeuger Paul Lovens (sic!) den er einst im Quartett mit Alexander von Schlippenbach und Aki Takase kennenlernte.
Abstrakter Hiphop? Beat it! Handsome Couple feat. DJ Illvibe eröffnen eine neue Kategorie von improvisierter und grooviger Musik.

 

IG Jazz Woche

 

Bitte die veränderte Anfangszeit für Heute beachten: 18:30 Uhr!!!

 



 

 

 uuuuu 

» news abonnieren

» anfahrt & orte

 

archiv

 

» mitglied werden

» jazz on 3 (BBC)

» manfred schulze

 

 

 


gefördert durch die
Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten