jazzkeller 69 e.V.

Archiv 2017

   Alles vor November 2008 unter » der alten Seite « !!!




Samstag 29. Juli '17  - jazzkeller 69 präsentiert - 19 Uhr:
Open Air Bühne im Garten von Novilla
Jazz am Kaisersteg


Derek plays Eric

Johnny Was ©JazzaassiAndreas Willers – guitar
Jan Roder – bass
Christian Marien – drums

Ich arbeite nur mit den Besten“ sagte Paul Bley einmal, „und Andreas setzt diese Reihe fort“.
Dieses Lob aus berufenem Munde hat sich Andreas Willers ehrlich verdient, denn Gitarristen gibt es nun mal wie Sand am Meer.
Aber nur wenige hinterlassen Spuren wie etwa die beiden Engländer Derek Bailey und Eric Clapton.
Der eine auf dem steinigen Weg vom Blues-Rocker zum Pop-Millionär, der andere als „Gitarren-Held ohne heiße Licks und Ein-Mann-Gegenkultur“, ein „Frank Zappa für die Welt der spontanen Improvisation“, wie es in einem Nachruf auf Derek Bailey hieß.
Andreas Willers ist der Richtige, um Beide zu einem Konzert zusammen zu bringen: „with a littlehelpfrom Duke, Mingus, Willie Dixon, Jack Bruce, Mahavishnu & Gentle Giant and apparently one or two compositions by Clapton – a splendid time is guaranteed for all“.
andreaswillers.de

Die Wetterprognose ist nicht eindeutig.
Regenwahrscheinlichkeit: 0%; 20-13%; 20% (Stand Do 27.07., 21 Uhr).

Wir werden das Wetterradar am Sonnabend genau beobachten und hoffen, dass die Regenwolken an Schöneweide vorbei ziehen. Ein bisschen Nieselregen hällt das Bühnendach ab, wie wir beim letzten Mal gesehen haben…
Schlechtwettervariante bleibt der Novilla-Keller.

NPC (non player character)

AAntonis Anissegosntonis Anissegos – e-piano
Oliver Potratz – bass
Ivars Arutyunyan  – drums

Sieht man das Format Klaviertrio mit den Metaphern digitaler Unterhaltung, dann verbergen sich darin immer noch ungespielte Maps.
Noch lange sind nicht alle Level komplettiert (und einige Endgegner stehen noch aus).
Der NPC ist im vernetzten Spiel, was das „Safety Car“ auf der Carrera-Bahn: Hindernis, aber eben auch Impulsgeber.
Als autonome (aber künstliche) Intelligenz greift der NPC interaktiv in den Verlauf ein. So bleibt das Narrativ im Fluss – und doch orientiert sich das Geschehen an den agierenden Spielern.
NPC ist die europäische Garagenband unter den Klaviertrios: Holzig – und einfach im Komplexen – bringt das Trio die Traditionen des Genres auf einen neuen Punkt; ohne sich einzuschränken oder den Bedürfnissen des allmächtigen Marktes anzupassen.
Ein spannendes Wechselspiel von Steuerung und Kontrollverlust.

 

 

 

Baby Bonk

baby bonkMartin Klingeberg – trumpet, horn, vocals
Klima Kalima – guitar, vocals
Jan Roder – e bass, vocals
Christian Marien – drums, vocals

Achtung, Achtung! Kommt alle! Das wird die voll krasse Party! Baby Bonk wird 18! Ja, die Pubertät war hart: in den vergangenen Jahren ist Baby kaum vor die Tür gegangen – aber jetzt schlüpft der Schmetterling – bunter als je zuvor!

Für alle, die sich nicht mehr erinnern: „Wir wollen Spaß haben beim Spielen – aber wir sind keine Spaßband“ diktierte Martin Klingeberg einst dem Tagesspiegel in den Block.
Damals waren sie gerade zum Jazzfest eingeladen, diesem anderen Berliner Festival.
Und das Hauptstadtfeuilleton wusste auch warum: Schließlich komme die Idee zur ausgelassenen Stilcollage wohl vom DaDa her.
Und trage dazu das Gütesiegel des postmodernen John Zorn.
Auch das Jazzfest warnte scherzhaft: „Wer Baby Bonk erlebt hat, sollte danach sich oder seine CD-Sammlung neu sortieren“.
Dabei ist alles viel einfacher: „Wenn man wie wir Jazz studiert hat“ sagte Kalle Kalima, „wird man doch zum abgebrühten Profi. Man verliert den Enthusiasmus des Anfängers. Aber Rock, Surf oder Reggae – das können wir ja gar nicht richtig spielen. Bei Baby Bonk werden wir wieder zu Anfängern.“
Und wie sang Sade schon 1985? „It‘sneverasgoodasthefirst time“.
Daran ändert auch die Volljährigkeit nichts, Baby. Also: Bonk!

 


Samstag 15. Juli '17  - jazzkeller 69 präsentiert - 19 Uhr:
Open Air Bühne im Garten von Novilla
Jazz am Kaisersteg


DOUBLE DRUMS PROJECT

Christof Griese

Christof Griese – saxes, flutes
Kai Brückner – guitar
Guilherme Castro – e bass
Rainer Winch – drums
Leon Griese – drums

Das Internet weiß Bescheid: „Christof Griese ist ein Fußballspieler, der beim Verein FC Rot-WeißKirchlengern III in der Liga Kreisliga B 2 Herford spielt. Bilanz: 6 Einsätze, 0 Tore, 0 Vorlagen“.
Die alten Medien wissen es besser: Christof Griese ist ein „lächelnder Saxofon-Schamane“ war schon vor 20 Jahren in der Morgenpost zu lesen, und „als Bandleader, Saxofonist und Komponist“ ist er „einer der fittesten Macher der Berliner Jazzszene“ stellte die FAZ fest.
Und das ist er schon seit 35 Jahren: als er 1982 nach Berlin zog, war schon die erste Platte erscheinen, auf der er mitspielte – natürlich bei FMP.
Noch im gleichen Jahr gründete er seine erste Band: Opus Pocus. Kurz darauf das Berliner Saxofon Quartett (mit dem er u.a. Bachs „Kunst der Fuge“ einspielte) und natürlich die JayJayBeCe-Bigband, die gerade zur 30 Jahre-Jubiläums-Tour ansetzt und international bekannt ist, weil Griese die MusikerInnen dieser Jugend-Bigband als Profis ernst nimmt und mit Ellington, Miles Davis-Jazzrock und zeitgenössischen Komponisten herausfordert.
Zu seinen eigenen Band zählen das Double-Drums- und das Tuba-Vibes-Project, die „Electric 5“, das „Brazil Jazz Quartett“ und „Art of the Duo“ mit dem Pianisten Tal Balshai.

Im neuen Quintett „DOUBLE DRUMS PROJECT“ führt Griese, der bescheidene Primus inter Pares, einige der roten Fäden zusammen, die seine Musik schon so lange durchziehen.
Der äußere Anlass: sein runder Geburtstag. Die innere Motivation: nur eine Zwischen-Bilanz: unzählige Einsätze, Tore und Vorlagen.

 

 

 

superimposeSuperimpose

Matthias Müller – trombone
Christian Marien – drums

Wer erinnert sich noch daran, als der Jazz „free“ wurde? Lang ist´s her.
In Berlin ist man da weiter, das „Splitter Orchester“ etwa spielt „Echtzeit- Musik“– und war doch auch schon zum Jazzfest eingeladen.
Auf großer Bühne. Will da jemand noch über Grenzen reden? Nein.
Matthias Müller zählt zum Splitter Orchester, spielte aber auch im Deutsch-Französischen Jazz Ensemble von Albert Mangelsdorff (auch ein Posaunist, der sich nie „einordnen“ ließ), in zeitgenössischer Musik und seit 2004 eben auch mit dem Schlagzeuger Christian Marien. Der gehört zum Kern der Berliner Jazzszene, war gerade erst mit dem Mingus-Trio „I Am Three“ bei uns zu Gast und dehnt seine Interessensgebiete ständig aus.
Im Trio „Ritsche, Zast& Marien“ etwa wird mit Musik und Malerei improvisiert. Im Benjamin Weidenkamp Quartett spielt man „seriell, nicht seriös“ (so heißt die großartige CD davon, Empfehlung!).
Superimpose“ kann denn auch als Begriff aus den bildgebenden Verfahren gelesen werden. Dann heißt es so viel wie: überblenden. Aber auch: einfügen.
So haben Müller und Marien ihr Duo genannt. Mit Absicht.

matthiasmueller.net

 

 

 

The Scrambling EX

The ScramblingExPeter Van Huffel – saxophone, clarinet
Andreas Willers – guitar
Devin Gray – drums

Ein gutes Rührei braucht erstmal ein glückliches Huhn. EinHahn ist verzichtbar. Genauso wenig brauchen „The Scrambling EX“ einen Bass.
Für den ist in dieser hochexplosiven Mischung sowieso kein Platz.
Den brauchen Andreas Willers (.AAA., GridMesh, 7of8 ), Peter Van Huffel (ja, der von Gorilla Mask vor 14 Tagen) und der glücklich im freien Osten angekommene Devin Gray (DirigoRataplan, RelativEResonancE, VAX) aus der Brooklyner Szene wirklich selbst.
Denn auf eines konnten die Musiker aus drei Nationen (van Huffel ist Kanadier) sich gleich einigen: Ihr Sound wird immer frisch angerührt, improvisiert sagt man da wohl.
Die Zutaten stimmen, wie beim guten Frühstück: manchmal kochen die Musiker auch über. Aber da sind auch gute Rezept-Ideen, die dann eben nicht mit der Briefwaage ausgekocht werden, sondern mit Schwung in der Pfanne landen.
Nach dem großen Erfolg bei der Grünen Woche endlich auch auf unserer Bühne!

thescramblingex

 


Samstag 1. Juli '17  - jazzkeller 69 präsentiert - 19 Uhr:
Open Air Bühne im Garten von Novilla
Jazz am Kaisersteg


HORNBEEF

HornbeefJérôme Bugnon – trombone
Richard Koch – trumpet
DJ Illvibe – Turntables
Kay Lübke – drums

„Da muss doch mehr sein“– das ist so ein bohrendes Gefühl, das mensch mit sich herumträgt. Zum Beispiel Jérôme Bugnon, der einst als Jazzmusiker nach Berlin gekommen war und schließlich mit der Band Seeed durch die Welt tourte.
Aber immer Party ist auch Arbeit und 2014 war es an der Zeit, wieder was Neues zu probieren: „Hornbeef“ war geboren!
Zwei Hörner – Posaune und Trompete – ohne Angst vor Beef mit Schlagzeug und Turntables.
Da kommt so Einiges zusammen: Das Jazz-Quartett-Format und das HipHop-Battle-Konzept, Marching-Band-Drive, schlichte Bläserchoräle und der heilige Ernst der MusiqueConcrete.
Denn DJ Illvibe, der alte Kumpel aus Seeed-Zeiten, macht hier den Plattenspieler ernsthaft zum Meta-Instrument.
Das zweite Horn spielt der Österreicher Richard Koch, von Olaf Ton, Peter Foxx, dem Andromeda Mega Express Orchestra und aus der Komischen Oper (Hosenrolle) hinlänglich bekannt.
Schlagzeuger Kay Lübke schließlich hat Tour-Erfahrungen auf 4 Kontinenten (die Liste ist zu lang) und zahlreichen Berliner Theaterbühnen gesammelt und hält den Laden zusammen. Und das macht eben auch den Leuten vor der Bühne viel Spaß.
hornbeef.pdf

 

 

 

I AM THREE

I am three

Silke Eberhard – alto sax
Nikolaus Neuser – trumpet
Christian Marien – drums

Seine Auto-Biografie begann Charles Mingus ziemlich selbstbewusst: „In anderen Worten: ich bin Drei“.

Er ist ja auch wirklich der Gott-Vater des modernen Engagements im Jazz, komponierte gegen Rassentrennung und Atombomben und gründete das erste selbstorganisierte Jazzlabel.
Er ist aber auch der Sohn: Mensch geworden mit Ellington, Charlie Parker und Miles Davis – und als unheiliger Geist in seine dynastische Bigband gefahren.
Und sein Sprit wirkt weiter: Silke Eberhard hat schon das Gesamtwerk von Mingus´ Kumpel Eric Dolphy neu eingespielt, jetzt knöpft sie sich mit Nikolas Neuser und Christian Marien den Dreifaltigen selbst vor.
Und dessen Bigband-Musik atmet im kleinen Rahmen auf, wird durchsichtig und behält dabei doch ihren messianischen Drive. Denn I Am Three spielen Mingus, wie er selbst es mit seinen Bands und Workshops getan hat: immer ohne Noten, direkt aus dem heißen Herzen.
Das brachte ihnen schon 4 Sterne im US-Magazin DownBeat ein. Normalerweise hört man da Jazz aus Berlin erst gar nicht an.
silkeeberhard.com

 

 

 

gorilla_mask

Gorilla Mask

Peter Van Huffel – altosax
Roland Fidezius – electric bass, effects
Rudi Fischerlehner – drums

Als Saxofonist steht Peter van Huffel hörbar in der Tradition von Coltrane, Ayler und John Zorn. Coltrane starb vor fünfzig Jahren (am 17. Juli ´67) Ayler trieb kurz darauf im East River und John Zorn gefällt sich als Denkmal der späten ´80er Jahre.
Peter van Huffel dagegen ist lebendig von New York nach Berlin gezogen, wo er mit eigenen Bands (vom Quartett bis zum Oktett), oder mit der Sängerin Sophie Tassignon akustische Experimente auf den Spuren von Mittelalter, Stockhausen und Ellington unternimmt.

Seit 2009 gibt es auch das Trio Gorilla Mask in seinem Portfolio. Gerade haben sie ihr drittes Album herausgebracht („Iron Lung“ heißt die Scheibe. Merken: nach dem Konzert kaufen. Beim Künstler. Vinyl.)
„Before I Die“ lautet ein Titel darauf – und nimmt man die Drei da beim Wort, dann haben sie noch einiges vor: die brennende Seele der Jazz-Avantgarde (s.o.) mit den tiefen Fundamenten des elektrischen 21. Jahrhunderts zusammenzubringen etwa.
Oder solche Schwurbeltexte mal eben verstummen lassen mit ihren schnörkellosen Punk- / Funk- / Rock-Grooves.
petervanhuffel.com

 



 

 

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