jazzkeller 69 e.V.

Archiv 2016

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Dienstag 23. August '16


Wir trauern um Hanno Rempel & Gerhard Stein

Grade erreicht uns die Nachricht das Gerhard Stein in der Nacht vom 20. auf den 21. August 2016 im Alter von 86 Jahren verstorben ist, da erfahren wir von Uschi Brüning („es ist zum verzweifeln“) das Hanno Rempel Gestern verstorben ist.

 

Gerhard SteinGerhard Stein ist sicher vielen bekannt geworden mit seiner Gerhard Stein Combo. Das Bild anbei wurde aufgenommen 2010 bei der Trauerfeier für Manfred Schulze.
In seinem damaligen Nachruf auf Schulze schrieb Ernst-Ludwig Petrowsky über Gerhard Stein:

Die Gerhard Stein Combo:
Sie war in Sachen Tanz- Musik unterwegs, mit einem Bassisten (Günter Hapke), der nebenbei ein Spezialist für die sauber und sanft geblasene Sweet-Trompete und bürgererfreuenden Belcanto-Gesang war (ist?), und der es bis in die Höhen der DDR-Fernsehbeachtung schaffte, während die Band im Chemnitz-nahen Schatten weiter zum Tanz aufspielte, trotzdem aber eine beständige Heimstätte ihrer Mitglieder blieb, auch für Dich, lieber Manfred, der Du mit Deiner Jazz- und Kunst- Leidenschaft weit über jeden tanzmusikalischen Horizont der Kollegenschaft hervorragtest, und Dir wahrscheinlich schon damals (50iger Jahre ?) den furchteinflößenden Spitznamen „CATCHER“ eingefangen hattest.

Der Grund für die „Nestwärme“ bei „Stone“ war u.a. sicher der Bandleader Gerhard Stein, seines Zeichens Tenorsaxophonist, aber auch Kollege mit einem bemerkenswerten sozial-familiärem Gespür- mehr noch: „feeling“, in das auch Du, lieber Manfred, nach mancher bösen Erfahrung Deiner Revoluzzer-Berg- und Tal- Fahrt gern zurück tauchtest.

 

HANS REMPEL OCTETHanno Rempel gehörte zu den profiliertesten Free-Jazz-Musikern der DDR, war aber vor allem als Komponist an der Schnittstelle von Free-Jazz und Neuer Musik bekannt.
Für Bert Noglik gehörten „Rempels Kooperationen zu den wenigen tragfähigen Begegnungen zwischen Musikern aus den Bereichen des Free Jazz und der Neuen Musik„.
Dem Jazzkeller 69 e.V. war Hanno immer eng verbunden, sein letztes Konzert im Jazzkeller gab es 1997 im Trio mit Willi Kellers und Uli Weber. In den 2000er Jahren war er dann häufiger als Moderator beim Deutschlandradio Kultur zu hören und betätigte sich hauptsächlich nur noch als Komponist.

Number Six: Two Compositions for Improvisers mit dem Hanno Rempel Octet wurde gerade bei FMP neu gemastert und ist hier nachzuhören zur Erinnerung:
number-six-two-compositions-for-improvisers

 


Sonntag 21. August '16    Einlass: 16:00   Beginn:16:30  Jazzkeller 69 stellt vor
NoVilla   [Hasselwerderstr. 22, 12439 Berlin-Niederschöneweide]


Umfundisi

Sean Bergin by Jacky.Lepage@pi.beTobias Delius – tenor sax
Matthias Schubert – tenor sax
Antonio Borghini – bass
Christian Lillinger – drums

Umfundisi bedeutet ‘Prediger’ auf Zulu und Xhosa und war der Spitzname von Sean Bergin in Südafrika.
Dort begann er als Jugendlicher seine musikalische Karriere als Saxophonist und Flötist im Blue Note Club in Durban, wo schwarze und weiße Musiker (nach den rassistischen Bestimmungen der Apartheid illegal) gemeinsam auftraten.
1973 emigrierte er nach London und arbeitete u.a. mit Dudu Pukwana und Chris McGregor und ließ sich 1976 in Amsterdam nieder, wo er zum inneren Kreis der “Bimhuis”-Szene zählt und eng mit Tobias Delius befreundet war.
Das Quartett möchte Sean Bergin, der im Sommer 2012 starb in Erinnerung behalten, indem es seine Musik aufführt.

 

In Zusammenarbeit mit moving poets Berlin GmbH.

 


Samstag 13. August '16  - jazzkeller 69 präsentiert - 19 Uhr:
Open Air Bühne Lohmühlenstraße / Ecke Kiefholzstraße
Jazz an der Lohmühle


Parrot’s Feathers

matthias schubertMatthias Schubert – saxes
Antonio Borghini – bass
Rudi Fischerlehner – drums

Matthias Schubert und Antonio Borghini sind beide herausragende freie Improvisatoren, die immer wieder zu überraschen wissen.
Voller verblüffenden Wendungen sind aber auch ihre Kompositionen. Schuberts oft mit Nähen zur zeitgenössischen Neuen Musik, aber, wie sein Improvisationsstil, mit sehr expressiver Ausdruckskraft, während in Borghinis alles passieren kann und alles im selben Stück, quer durch die gesamte Jazztradition und weit darüber hinaus: Eben ist man noch im Freebop, da landet man auch schon überraschend in einer barocken italienischen Tarantella und schon grüßt Duke Ellington oder Charles Mingus, überleitend in eine hübsche, sehr italienische oder südafrikanische, scheinbar alte Folk-Melodie.
Und doch klingt alles nie bloß notdürftig zusammengeklebt, sondern als fließende Einheit auf dem fortgeschrittensten Materialstand des zeitgenössischen Jazz.

Klar, dass die Kompositionen solch herausragender Musiker auch viel Freiraum zur Improvisation lassen, sie anspruchsvoll sind, aber sehr lebendig klingen.
Zudem haben sie sich mit Rudi Fischerlehner einen äußerst treibenden, stets für sehr viel Drive sorgenden Drummer ausgewählt.
So wird dieser Abschlussabend sicherlich höchst energiereich beginnen.

 

 

Vorwärts RückwärtsVorwärts Rückwärts

Maike Hilbig – bass
Johannes Fink – cello
Gerhard Gschlößl – trombone

Kammerjazz vom Feinsten bietet dieses Trio.
Traditionell ist weder die Instrumentenkombination in dieser intimen Triobeschränkung, noch sind es die Kompositionen, die von allen drei stammen.
Dennoch ist die Jazztradition allgegenwärtig und es swingt mit einer entspannten, freundlichen  Leichtigkeit, wie sie nur große Könner erreichen.
Da entschwindet schnell die Aufmerksamkeit dafür, wie raffiniert sich die drei Stimmen filigran und dicht verschränkt ergänzen, so selbstverständlich wirkt es.
Zudem ist der farbliche Zusammenklang dieser drei Instrumente warm und wunderschön.

Johannes Fink ist hörbar kein bloß mal gelegentlich zum Cello greifender Kontrabassist.
Sein Spiel klingt hier etwas wie eine längst überfällige Würdigung des ersten hauptberuflichen Jazzcellisten Fred Katz, hier nur sanft gelegentlich z.B. mit Glissandi einstreuend, dass das Cello inzwischen im Jazz angekommen ist und seit dem Westcoast-Cellisten einiges passiert ist.
Gerhard Gschlößl klingt hier oft wie die großen Posaunisten Ellingtons, besonders im Spiel mit Dämpfern.
Dann streut er aber auch auf freundliche Weise viel Moderneres ein, bis zu witzigen Geräuschen.
Die junge Kontrabassistin kann mühelos auf Augenhöhe mitspielen.

troubleintheeast-records.com

 

 

Nikolaus Neuser 5tetNikolaus Neuser Quintett

Nikolaus Neuser trumpet
Silke Eberhard – saxes
Gerhard Gschlössl  – trombone
Jan Roder – bass
Bernd Oezsevim – drums

Nikolaus Neuser ist ein außerordentlich virtuoser Trompeter. Mit diesem Quintett überzeugt er nun auch als Bandleader und Komponist.
Da alle anderen ihm an Virtuosität nicht nachstehen, Neuser, Eberhard und Gschlößl zudem durch langjähriges Zusammenspiel in z.B. Eberhards Ensemble „Potsa Lotsa“ bestens aufeinander eingespielt sind, gelingt es ihnen souverän, sich durch Neusers Kompositionen aus immer wieder neu zusammengesetzten Motivcollagen voller Wendungen und ständiger Rhythmuswechsel zu spielen.
Das alles auch noch in freier Tonalität und zumeist ungeraden Metren.
Das klingt quirlig und bleibt doch gleichzeitig immer klar durchhörbar, freundlich, witzig und unanstrengend.
Außerdem entfaltet dieses Quintett nahezu durchgehend einen enorm packenden Drive.
Nicht nur dadurch wird man oft an Ornette Coleman erinnert, gelegentlich stellen sich auch Nähen zu Eric Dolphy ein.

 

 



 

 

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