jazzkeller 69 e.V.

Freitag 17. September '10    Einlass: 21:00  Beginn: 21:30  -  jazzkeller 69 stellt vor
AUFSTURZ   [Oranienburgerstr. 67]


CD release: Coordinates (FMR Records)
Grid Mesh feat. Johannes Bauer


Andreas Willers – guitars, devices 
Frank Paul Schubert – alto & soprano sax
Willi Kellers – drums, percussion
Johannes Bauer – trombone

„Berlin ist nicht Brooklyn. Wobei musikalisch gesehen das eher ein Temperaments- als ein Qualitätsunterschied ist.
Die Qualität nämlich ist durchaus so, dass sie in einer weniger verkehrten und schnöden Welt vom deutschen Exportschwung ebenso wie von einer substantiellen Binnennachfrage wie auf Händen getragen würde.

Das Trio des Gitarristen Andreas Willers mit dem Alto- und Sopranosaxophonisten Frank Paul Schubert und dem Drummer Rudi Fischerlehner, in Bad Alchemy bekannt auch mit Pinx und nicht zuletzt
Erste Stufe Haifisch, steht exemplarisch für Musik, deren Frische und Finesse im umgekehrt proportionalen Verhältnis steht zu ihrem Widerhall.
Saxophon UND Gitarre.
Willers lässt die Finger von herkömmlichen Jazzgitarrenklischees, geht mit seinen Innovationen aber einen dritten Weg auch abseits von Punk- oder Free-Jazz-Power.
Die electric-chamber-jazzigen Kollektivimprovisationen entfalten vielmehr das weite, klangfarbenreiche Feld einer sanften nowjazzigen Totalität.
Weit jenseits irgendwelcher Fusionen oder bloßer Bricolagen herrscht hier eine selbstverständliche Completeness.

Schubert, bewährter Partner von Baby Sommer in Hic Sunt Leones und zur Zeit an einem neuen Projekt mit Olaf Rupp und Clayton Thomas, spielt ein wunderbar vogeliges Soprano, selbst wenn Gitarre und Drums ihn so vehement umstürmen wie zuletzt beim großartigen ‚Cubes‘.
Stellenweise lässt Grid Mesh einen an Studers, Dorans & Leimgrubers OM-Sound denken.

Fischerlehner fächert ein Spektrum auf von der flickernden, muschelig kruspelnden Perkussivität des Auftakts über spritziges Pollocking und holzig getockte Triller bis zu furiosen Schussfahrten.
Willers entfaltet dazwischen eine hintergründige, fast hinterhältige Präsenz, auch mit effektvollen Devices, die einen jeweils gezielt anspringt mit markanten Arpeggios, aber auch mit Sägezahnslashes, Reißzahnbissen, kakophonen Bocksprüngen und ausgehaltenen Drones.
Das Finale von ‚The Newt‘, das als Kollektivglissando ein Loch in die kulturelle Käseglocke bohrt, ist nur eines von vielen Highlights, wobei der Sirenenton von ‚Wooden Space‘ ganz besonders eindringlich durchs Brett vorm Kopf heult, vor allem weil das gedämpfte Intro nichts Dergleichen erwarten lässt.
Ein Stück ‚51° 17′ N, 30° 13′ E‘ zu nennen (statt Tschernobyl) oder, mit lurchigem Grinsen, ‚The Batrachian‘, zeugt freilich von einer Sophistication, die die heutige akademische Fischzucht gelassen ignoriert.“
~ Rigo Dittmann, BA#66  (noch mehr Infos unter BA #55)

www.badalchemy.de 
www.plavcak.com/farai/gridmesh.htm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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